Der SV Frisia 03 in der Corona-Zeit

Im Interview mit Hartmut Wiebe

Hartmut Wiebe, 1. Vorsitzender des SV Frisia 03 Risum-Lindholm, (rechts) mit Ehrenmitglied Kurt-Heinz Jappsen. Foto: SV Frisia 03

Risum-Lindholm (ge) – MoinMoin-Mitarbeiter Gerrit Eggers sprach mit Hartmut Wiebe, Vorsitzender des SV Frisia 03 Risum-Lindholm über das „Corona-Jahr 2020“ und die aktuelle Situation.

Wie bewerten Sie das vergangene Jahr aus Sicht des Vereins Frisia 03?

Wiebe: Frisia 03 ist mit ca. 1900 Mitgliedern, 17 Sparten und 65 Übungsleitern einer der größten ländlichen Vereine in Südtondern. Das Jahr 2020 fing ganz normal an, aber dann kam der Sport zum Erliegen. Das war eine zuvor noch nie dagewesene Situation, die große Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung mit sich brachte. Man fragte sich: Wie geht es weiter? Es war die Ungewissheit, die uns am meisten belastet hat: Es konnten keine Veranstaltungen geplant werden und es gab keine Punktspiele. Auch die Jahreshauptversammlung ist abgesagt worden. Als dann der Sportbetrieb wieder aufgenommen werden konnte, da dachte man: Das Größte ist nun vorbei. Aber später ging das Ganze erneut los. Wir können froh sein, dass wir in einer ländlichen Region leben, wo der Zusammenhalt stark ist. In der Vergangenheit haben wir unsere Hausaufgaben für den Verein gemacht und sind sehr glücklich darüber, dass nur ganz wenige Mitglieder uns in dieser Zeit verlassen haben. Es gab eine normale Zahl an Abgängen, während jedoch das Problem aufgetreten ist, dass wir keine Neumitglieder gewinnen konnten. Finanziell sind wir einigermaßen stabil durch das letzte Jahr gekommen, weil neben den Mitgliedern uns auch die Sponsoren die Treue gehalten haben und wir zudem keine großen Fixkosten haben. Es fehlten jedoch die Einnahmen aus Veranstaltungen.

Was sehen Sie als die größten Probleme in dieser Zeit an?

Das schlimmste ist: Die Erziehung der Kleinen, der Jugendsport und die Seniorenbetreuung sind weggefallen. Aber es ist jede Generation betroffen. Das ist eine bittere Geschichte, die man erst einmal verkraften muss, und wir hoffen darauf, dass im Sport bald wieder das normale Leben Einzug hält. Wir müssen uns dann auch etwas einfallen lassen, um die Leute wieder vom Sofa hochzubekommen und sie für den Sport zu motivieren.

Für welche Maßnahmen haben Sie die „ruhigen Monate“ genutzt?

Wir haben mehrere Baumaßnahmen durchgeführt: Im Jahr 2020 ist die Schützensparte aufgegeben worden und die Räumlichkeiten haben wir für die neue Dart-Sparte umgebaut. Außerdem haben wir den Vorplatz am Niko-Nissen-Stadion saniert: Dort findet man nun ein neues Namensschild, ein großes Wappen, neue Fahrradständer und außerdem ist der Schaukasten aufgehübscht worden.
Nimmt der Verein seinen Sportbetrieb wieder auf? Was ist derzeit möglich?

Beim Fußball dürfen einzelne Übungen durchgeführt werden, aber es darf nicht regulär mit Körperkontakt gespielt werden. Beim Tennis sind Einzelspiele erlaubt - und Doppelspiele nur dann, wenn es sich um zwei Haushalte handelt. Beim Hallensport sieht es schwierig aus, denn es darf sich pro 80 qm nur eine Person in der Halle aufhalten.

Was gibt es aus den Sparten zu berichten?

„Dart“ ist ein richtiger Boom-Sport, so dass wir mittlerweile mehrere Männer- sowie eine Damen- und eine Jugendmannschaft haben. Unsere American-Football-Sparte, die „Frisia Warriors“, hatten 2019 ein hervorragendes Jahr, aber dann kam die Pandemie – und man weiß nicht, wie die sportliche Situation sich in der nächsten Zeit entwickeln wird. Beim Tanzen und Cheerleading haben wir mehrere hochmotivierte Gruppen. Der Landessportverband hat für jede Sparte eigene Hygieneregeln erarbeitet, an die wir uns streng halten. Und auch bei uns im Sportverein läuft derzeit vieles digital, beispielsweise Online-Vorträge und Sitzungen.

Ich wünsche Ihnen und allen Vereinsmitgliedern, dass es in den nächsten Monaten mit dem Sport in Risum-Lindholm wieder vorangeht.

Vielen Dank für das Gespräch!

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