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Sommertreffen der IHK Flensburg in Husum


152 Jahre, so lange gibt es nun schon die IHK-Flensburg und nach langer Pandemie-Pause konnte der traditionelle Sommerempfang dieser Institution wieder stattfinden. Im ausverkauften Nordsee-Kongress-Centrum Husum erlebten fast 800 Zuschauer Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und Ministerpräsident Daniel Günther, die mit stehenden Ovationen empfangen wurden. Unter der „Regie“ von Moderator Thorsten Otto eröffneten Daniel Günther und IHK-Präsident Rolf-Ejvind Sörensen die Diskussionsrunde. Die Frage nach der Stimmung bei den Koalitionsgesprächen beantwortete Günther so: „Die Atmosphäre war vertrauensvoll, wir haben viel diskutiert, mal ein bisschen lauter, aber freundschaftlich und vor allen Dingen auf hohem Niveau. Auch mal einen getrunken. Es hat wirklich Spaß gemacht.“ Zur Gas-Krise führte Daniel Günther aus, eine Landesregierung müsse seiner Meinung nach an der Seite der Bundesregierung stehen. „Wir wollen mithelfen, unabhängig zu werden.“ Als Beispiel nannte er ein schwimmendes LNG-Terminal bei Brunsbüttel, dass es bereits Ende des Jahres geben soll. „Und es sei richtig gewesen“, betonte Günther, „dass Schleswig-Holstein bereits in den vergangenen Jahrzehnten den Weg zu den erneuerbaren Energien gegangen ist. Damit bestehe auch die Chance, dass sich das Wirtschaftswachstum in Richtung Norden dreht.“ Mit Blick auf den Batteriehersteller Northvolt in Heide sagte er: „Das ist unser Standortvorteil für Jahrzehnte.“ Und zum Thema Zuwanderung: „Es muss mehr passieren. Es ist ein Skandal, dass es uns nicht gelungen ist, rechtlich vernünftig zu regeln, wie diese Menschen integriert in Unternehmen tätig sein können.“ Die Frage, ob man Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen in nächster Zeit häufiger sehen werde und er wirklich Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein werden wird, ließ Günther an diesem Abend unbeantwortet. „Ich werde ihn sehen, ich habe ihn zuletzt auch häufiger gesehen. Er ist ein guter Typ. Er ist Däne. Und 49“, war die launige Antwort des Ministerpräsidenten und hatte damit das Publikum sofort auf seiner Seite. Er ließ aber auch die Arbeit von Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck nicht unerwähnt. Er leiste großartige Arbeit zur Erreichung der ehrgeizigen Klimaziele bis 2040. Und mit Blick auf die derzeitige Krise: „Er versucht mit allen Kräften für uns das schlimmste zu verhindern.“ Im Anschluss an die Runde übernahm Robert Habeck die Bühne, führte seine Zuhörer 30 Jahre zurück und erinnerte nicht ohne Stolz daran, dass hier bei uns die erneuerbaren Energien erfunden wurden. „Schleswig-Holstein bekommt heute mehr Geld durch die EEG-Umlage als durch den Länderfinanzausgleich. Und sich energiepolitisch von jemandem abhängig zu machen, der bereits vor zehn Jahren deutlich gezeigt hat, kein Freund der Demokratie zu sein, ist im Grunde unvorstellbar.“ Alle Förderprogramme für Wasserstoff, Wärmepumpen, Batterien, Halbleiter, Kreislaufverfahren in seinem Ministerium seien dramatisch überzeichnet und das sei ein gutes Zeichen. Die Prognosen würden zeigen, dass sie Energiepreise in einem Dreivierteljahr wieder runtergingen. „Die Zeichen für die Volkswirtschaft stehen gut.“ Und Habeck führte einen Gedanken von Daniel Günther weiter: Deutschland steuere auf eine Situation zu, dass in wenigen Jahren 15 Prozent der Arbeitsplätze nicht besetzt seien. Man müsse hier mehr für ausländische Arbeitssuchende tun, sie viel besser „mitnehmen“. Mit stehenden Ovationen wurde Robert Habeck verabschiedet. Zum Abschluss der Veranstaltung gab IHK-Präsident Rolf-Ejvind Sörensen Robert Habeck und Daniel Günther eine Bitte mit auf den Weg: Die Politik sollte Unternehmer am Anfang von Überlegungen dabei sein lassen, vor wichtigen Entscheidungen mit Unternehmern reden. „Das Unternehmerbild muss positiver werden“, so Sörensen, „jedes Unternehmen sichert hier das Überleben.“
Text/Fotos: Holger Küther

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