Warften verstärken, Deiche erhöhen: Generalplan Küstenschutz

Steife Brise auf dem Klimadeich

So werden sie mal aussehen: Die Klimadeiche, präsentiert von Birgit Matelski (Direktorin LKN). Minister Jan Philipp Albrecht zeigt den Querschnitt des Nordstrander Klimadeichs. © Küther

Minister Jan Philipp Albrecht nimmt von der Steinbuhne aus den neuen Klimadeich „Alter Koog“ ins Visier. © Küther

Nordstrand (kue) – Vor 60 Jahren, am 16. Februar 1962, brach die schwere Sturmflut über Norddeutschland und Hamburg herein.
Von 560 Kilometern Seedeichen wurden fast 150 zerstört und 120 beschädigt. Die Halligen wurden verwüstet. Wie durch ein Wunder waren in Schleswig-Holstein keine Menschenleben zu beklagen. Seit diesem schrecklichen Ereignis wurde der „Generalplan Küstenschutz“ bereits fünf Mal fortgeschrieben, 1977, 1986, 2001, 2012 und nun im Jahr 2022.


Warften verstärken, Deiche erhöhen
Vor diesem Hintergrund stellte Umweltminister Jan Philipp Albrecht den neuen „Generalplan Küstenschutz“ auf Nordstrand geladenen Gästen und Pressevertretern vor. Der Plan war vom Kabinett am 1. Februar beschlossen worden. In ihm wird die vom Land verfolgte Küstenschutzstrategie vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen rund um den Klimawandel weiterentwickelt.
Angesichts des erwarteten Anstiegs des Meeresspiegels und stärkerer Sturmfluten hat die Fortführung des Deichverstärkungsprogramms dabei eine herausragende Bedeutung.
Schwerpunkt des Plans ist die nachhaltige Anpassung an den Klimawandel und seine Folgen. Gründe für die Fortschreibung des Generalplans sind neue Erkenntnisse zum zukünftigen Meeresspiegelanstieg, das Warftverstärkungs- und Entwicklungsprogramm der Landesregierung und die regelmäßig stattfindenden Überprüfungen der Deichsicherheit. Etwa ein Viertel der Landesfläche Schleswig-Holsteins ist potenziell durch Sturmfluten gefährdet. Mehr als 330.000 Menschen leben in überflutungsgefährdeten Landesteilen. Betroffen sind zudem 60 Milliarden an Sachwerten.
„Als Land zwischen den Mee ren mit einer Küstenlinie von 1.100 Kilometern stehen wir in Zeiten des verschärften Klimawandels vor gewaltigen Herausforderungen. Mit dem neuen Generalplan Küstenschutz schaffen wir die Grundlage dafür, dass die Menschen an den Küsten auch in den nächsten Jahrzehnten in Sicherheit leben können“, führte der Minister aus.

Existentielle Investition in die Sicherheit unseres Landes
Dem Anlass entsprechend war es dann auch ordentlich „pustig“ , als sich der Minister von Birgit Matelski (Direktorin des LKN) auf Nordstrand einen der ersten Klimadeiche Europas zeigen ließ.
Zwischen 2013 und 2016 wurde der Landesschutzdeich „Alter Koog“ über 2,5 Kilometer zu einem Klimadeich ausgebaut. Er wurde etwa 70 cm erhöht und die Deichkrone um 2,5 Meter verbreitert.  
74 Kilometer Landesschutzdeich sollen so zu „Klimadeichen“ umgebaut werden. Aktuell werden dafür 360 Millionen Euro veranschlagt. Die finanziellen Bedarfe werden aus Mitteln des Landes, des Bundes und der EU gedeckt. „Es handelt sich um eine existentielle Investition in die Sicherheit unseres Landes und unserer Bürgerinnen und Bürger“, sagte Albrecht. „Solche Ausgaben sind ein echter Kraftakt für ein Land wie Schleswig-Holstein. Weitere Schwerpunkte des Plans sind neben der Unterhaltung der Küstenschutzanlagen, die Sand-ersatzmaßnahmen vor den Inseln und die Warftverstärkungen auf den Halligen. Mit dem neuen Generalplan schaffen wir eine langfristige Grundlage für Wohnen und Arbeiten in den Küstenniederungen und an den Küsten Schleswig-Holsteins. Damit übernehmen wir Verantwortung auch für künftige Generationen, die nicht für den menschengemachten Klimawandel verantwortlich sind“, sagt der Minister abschließend.

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