Landesverband Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein sieht noch viel Potenzial

Ausbau der erneuerbaren Energien 2021 in Schleswig-Holstein nur wenig gestiegen

Abb. 1 nach Zahlen des Marktstammdatenregisters der BNetzA Quelle: BWE SH und LEE.SH

Abb. 2 Quelle: BWE SH und LEE.SH

KIEL (pa) - Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein hat 2021 nur geringfügig zugenommen. Es wurden insgesamt nur 431 MW Einspeiseleistung (Zahlen des Marktstammdatenregisters der BNetzA) zugebaut, das sind zwar etwa 226 MW mehr als im bisher schwächsten Jahr 2019 zugebaut wurden. Doch im bislang stärksten Ausbaujahr 2014 waren es insgesamt rund 1.400 MW vorwiegend mit Windanlagen an Land. Dies macht laut Landesverband Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (LEE SH) deutlich, dass enorme Veränderungen und Anstrengungen erforderlich sind, um die hohen Ausbauziele der neuen Bundesregierung zu erreichen.

Windenergie an Land hat in Schleswig-Holstein 2021 erneut mit 247 MW den höchsten Beitrag zum Zubau geliefert und damit mehr als jeweils in den letzten drei Jahren. Marcus Hrach, Landeschef des Bundesverbandes Windenergie: „Der Zubau in Schleswig-Holstein könnte deutlich schneller werden, wenn auf Bundesebene nun der Koalitionsvertrag umgesetzt wird, beispielsweise mit Erleichterungen beim Repowering und Maßnahmen zur Genehmigungsbeschleunigungen. Die Branche im Land steht bereit.“

Durch Solaranlagen auf Dächern sind rund 72 MW hinzugekommen und durch Freiflächen-Solaranlagen rund 88 MW. Trotz der deutlich verringerten Einspeisevergütungen sind ca. 5 % mehr Dach-Solaranlagen als 2020 installiert worden. Steigende Strompreise und vermehrter Eigenverbrauch für Elektromobilität und Wärmepumpen machen die Nutzung des Stroms vom eignen Dach attraktiver. Freiflächen Solaranlagen haben im Vergleich zum Vorjahr um fast 90 % zugenommen, aber noch nicht das Niveau des stärksten Zubau-Jahres 2011 erreicht. Viele neue Projekte sind in der Diskussion, scheitern z. T. aber an kritischen Stimmen in den Kommunen. Reinhard Christiansen Vorsitzender des LEE SH fordert daher: „Die Bundesregierung sollte zur Erreichung der angestrebten schnelleren Genehmigungsverfahren zügig gesetzlich verankern, dass die Erneuerbaren Energien im öffentlichen Interesse liegen und der Versorgungssicherheit dienen, wie es ihr Koalitionsvertrag auch vorsieht.“

Bei Biomasse betrug der Zubau lediglich rund 8 MW. Hier wirkt sich unter anderem die sogenannte Südquote negativ aus, nach der der Zubau an Biogasanlagen im Süden Deutschlands Vorrang hat. „Der LEE SH plädiert daher für eine schnelle Abschaffung der Südquote und Erleichterung der Verwertung von Gülle in Biogasanlagen zur Reduzierung der Treibhausgase aus der Landwirtschaft“, betont Reinhard Christiansen.

In den letzten vier Jahren ist in Schleswig-Holstein auch Speicherkapazität hinzugebaut worden. Doch mit 17 MW 2021 spielt diese aufgrund der mangelnden Rentabilität immer noch keine große Rolle.

„Auch wenn Schleswig-Holstein mit einer Produktion von 160 % erneuerbarem Strom des aktuell im Land benötigten Stroms noch Vorreiter in der Energiewende ist, macht die Bilanz des Zubaus 2021 doch deutlich, dass auch bei uns erheblicher Handlungsbedarf besteht“, mahnt Reinhard Christiansen Vorsitzender des LEE SH. „Denn künftig müssen wir auch die Sektoren Verkehr und Wärme mit erneuerbarem Strom versorgen und erneuerbaren Wasserstoff für die Industrie, den Schwerlast- und Schiffsverkehr u. a. liefern“, so Christiansen.

Der Ausbau der erneuerbaren Energie ist in den Kreisen und kreisfreien Städten Schleswig-Holsteins sehr unterschiedlich ausgeprägt, s. Abb. 2. Im Nordwesten, d.h. in den Kreisen Nordfriesland, Dithmarschen und Schleswig-Flensburg werden die größten Mengen an erneuerbarem Strom erzeugt - vor allem durch Windenergie an Land. In den kreisfreien Städten Kiel, Flensburg und Neumünster liefert Solarenergie - bei einer relativ geringen Gesamtmenge - den größten Anteil an erneuerbaren Strom. Nur in Lübeck gibt es auch Biomasse- und Windenergie. Auffällig ist die geringe Erzeugung von erneuerbarem Strom in den Kreisen Pinneberg, Plön und Stormarn. Dort wird nur etwa ein Zehntel der Menge der Kreise Nordfriesland, Dithmarschen oder Schleswig-Flensburg produziert. „Hier muss es noch großes Potenzial geben, das es zu heben gilt“, ist Reinhard Christiansen überzeugt.

 

Über den LEE SH
Der Landesverband Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein steht für die Vielfalt und gemeinsame Stärke der erneuerbaren-Energien-Branche. Als zentraler Ansprechpartner richtet sich der Verband an Politik und Gesellschaft, um Schwerpunktthemen dieser Branche zu transportieren, zu diskutieren und um die wirtschaftliche Bedeutung der erneuerbaren Energiewirtschaft im Norden zu unterstreichen. Zu den LEE SH-Mitgliedern gehören neben diversen Spartenverbänden auch über 170 Unternehmen, Verbände, Vereine und Einzelpersonen. www.lee-sh.de

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