Umweltfreundliche Kontrolle der Stromnetze im Kreisgebiet

Befliegung per Drohne statt Hubschrauber

Zunächst testet SH Netz die Kaeratechnik auf Hubschraubereinsätzen. © SH Netz

Alles genau im Blick: Eine Hightech-Kamera macht Aufnahmen des Leitungsnetzes. © SH Netz

Perspektivisch sollen dann unbemannte Großdrohnen die Leitungen abfliegen. © SH Netz

Eine künstliche Intelligenz wertet das Bildmaterial dann computergestützt aus. © SH Netz

Kreis Schleswig-Flensburg (mm) – Der Stromnetzbetreiber Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) plant, den Zustand seiner Stromleitungen zukünftig mit künstlicher Intelligenz (KI) zu überwachen. Die nötige Kameratechnik wird zunächst auf Hubschrauberflügen getestet. Perspektivisch sollen umweltfreundlichere und deutlich leisere Großdrohnen zum Einsatz kommen, wodurch auch Anwohner und Tierbestände weniger gestört werden. Die erste Testflugphase geht vom 3. bis 14. August 2020.

„Der Einsatz einer Drohne und einer künstlichen Intelligenz zur Leitungskontrolle ist ein weiterer großer Schritt Richtung Digitalisierungsoffensive“, freut sich SH-Netz-Technik-Vorstand Dr. Joachim Kabs. „Diese Innovation hilft uns dabei, unsere Instandhaltungsmaßnahmen effektiver, bedarfsgerechter und effizienter zu gestalten. Und unsere Kunden freuen sich über eine erhöhte Versorgungssicherheit sowie einen Beitrag zum Tier- und Umweltschutz.“

Folgende Strecken werden im Kreis Schleswig-Flensburg kontrolliert:

06.08.2020, 07.08.2020 und 08.08.2020
Schuby, Jübek, Sieverstedt, Tarp, Weding, Schwensby, Ellenberg

Hinweis: Bei Nebel, Sturm oder Gewitter kann die Kontrolle kurzfristig verschoben werden.

Hintergrund

Jedes Jahr fliegen die Freileitungsexperten von SH Netz mehrere Hundert Kilometer ihrer Hochspannungsleitungen in Schleswig-Holstein mit dem Hubschrauber ab. Das Ziel: Versorgungssicherheit gewährleisten. Dass dabei ein Hubschrauber zum Einsatz kommt, hat gleich mehrere Gründe: Die Techniker können von oben auf die Masten und Leitungen sehen und in kürzester Zeit weite Strecken sichten. Flurschäden in der Natur durch Kranaufbauten werden vermieden. Neben dem Piloten sind zwei Leitungsexperten von SH Netz bei jedem Kontrollflug mit dabei. Ihr geschultes Auge erfasst innerhalb kürzester Zeit, ob Unregelmäßigkeiten vorliegen – beispielsweise, ob sich Vogelnester in den Masten befinden oder ein Leitungsstück beispielsweise durch Blitzeinschläge beschädigt wurde.

Genau diese Aufgaben sollen in Zukunft modernste Kameratechnik gepaart mit künstlicher Intelligenz übernehmen. Die Herausforderung liegt dabei besonders im Anlernen der KI: Was ist eine Abweichung von der Norm, was gegebenenfalls nur eine andere Bauart? Mehrere hundert Variablen müssen demnach in das Erkennungssystem eingespeist und als Sollzustand definiert werden. Dies ist ein Prozess, in dem die KI durch manuelle Qualitätschecks kontinuierlich verbessert wird.

Gesetzesrahmen für Arbeitsflüge per Drohne noch unzureichend

Perspektivisch möchte SH Netz die neue Technik an Großdrohnen hängen, die automatisiert und GPS-gesteuert die Leitungen abfliegen. Bis der Gesetzesrahmen dies zulässt, kommt weiter der Hubschrauber zum Einsatz.

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