SC Weiche: Heimspielpremiere gegen den Bremer SV

Der nächste Aufsteiger

Das Team des SC Weiche Flensburg 08 in der Saison 2022/23. Foto: SC Weiche Flensburg 08

Flensburg (mm) - Nach drei Pflichtspielen auswärts steht am Samstag die Heimpremiere für den SC Weiche Flensburg 08 an. Zu Gast ist der Bremer SV, der sein erstes Regionalliga-Spiel überhaupt bestreiten wird.

Zur Lage: erster kompletter Spieltag

Mit dem ersten kompletten Spieltag setzt die Fußball-Regionalliga Nord ihr Programm am zweiten Saison-Wochenende fort. Bemerkenswerterweise treffen dabei nirgends zwei Sieger des ersten Spieltages aufeinander. Von der Papierform sind die Partien zwischen Jeddeloh und Norderstedt am Samstag sowie Havelse und Hamburger SV II vom Sonntag hervorzuheben. Wie sich der mit einem 4:0-Sieg gegen Holsteins U 23 stark gestartete HSV-Nachwuchs beim Drittliga-Absteiger Havelse schlägt, könnte bereits einen Fingerzeig über die Ambitionen der jungen Rot-Hosen in der neuen Saison geben.

Zum Auftakt des Spieltages, an dem der Überraschungssieger des vergangenen Wochenendes FC St. Pauli II nach dem 3:1 bei Phönix Lübeck diesmal spielfrei ist, empfangen am Freitag Delmenhorst den Holstein-Nachwuchs und Top-Favorit VfB Lübeck den Aufsteiger Kickers Emden.

Neben der Partie zwischen dem SC Weiche und Neuling Bremer SV gibt es am Samstag noch das Aufeinandertreffen zwischen Rehden und Hannover 96 II. Der 96-Nachwuchs setzte mit dem 2:0-Sieg gegen Teutonia am vergangenen Wochenende den ersten Paukenschlag. Im Übrigen: Da hier zwar eine Stunde eher angepfiffen wurde, das erste Tor aber recht spät fiel (Robin Friedrich, 63.), dürfte Christopher Kramer mit dem Weiche-Führungstreffer zum 2:0-Sieg in Emden (8.) der erste Saisontorschütze gewesen sein.

Das Programm des zweiten Spieltages komplettieren drei Partien am Sonntag, wobei die jeweiligen Gastgeber zu den Meisteranwärtern der Liga zählen: „Geheimfavorit“ Lohne trifft auf Phönix; Teutonia 05 empfängt Hildesheim und muss den Fehlstart abwenden. Außerdem spielt Werder Bremen II gegen Drochtersen. Die SV D/A unterlag am vergangenen Wochenende zuhause Jeddeloh mit 2:3. Norderstedt und Havelse trennten sich torlos, Hildesheim und Delmenhorst spielten hingegen 1:1-Remis.

Schauen wir noch kurz zum DFB-Pokal-Wettbewerb. Dreimal war für die Vertreter der Regionalliga Nord nichts zu holen. Rehden unterlag Zweitligist Sandhausen mit 0:4, der Bremer SV blieb gegen Bundesliga-Rückkehrer Schalke beim 0:5 chancenlos, und Blau-Weiß Lohne musste sich Erstligist Augsburg mit 0:4 geschlagen geben. Aber: Der VfB Lübeck schmiss den Zweitligisten Hansa Rostock mit einem 1:0-Sieg aus dem Rennen und erreichte die zweite Runde. Teutonia 05 wird erst am 30. August in Dessau gegen Bundesligist und Pokalverteidiger RB Leipzig spielen.

Zum Gegner: erstmals in der Regionalliga Nord

Auch wenn der Bremer SV am vergangenen Sonntag im DFB-Pokalspiel gegen den FC Schalke 04 unterwegs war, ist über ihn in Flensburg vermutlich vergleichsweise wenig bekannt. Weiche-Cheftrainer Thomas Seeliger hat den BSV dennoch studiert. Im Sommer schafften die Hanseaten nach mehreren Versuchen endlich den Aufstieg. Ausschlaggebend waren in der Aufstiegsrunde der 2:0-Sieg auf neutralem Platz in Altona gegen Todesfelde und der abschließende 3:1-Heimsieg vor 2.040 Zuschauern im eigenen Stadion gegen den Hamburger Vertreter Concordia. Aus den „Unaufsteigbaren“ wurden die „Aufsteigbaren“.

Wenige Tage danach verpflichtete der sportliche Leiter, Ralf Voigt, mit Torsten Gütschow, der das Amt von Meister-Trainer Benjamin Eta übernahm, einen neuen Verantwortlichen für den Job an der Linie. Und Torsten Gütschow, gerade 60 Jahre jung geworden, ist zumindest im Fußball-Nordosten jemand, der als einstiger Torjäger vor allem von Dynamo Dresden einen großen Namen hat. Der letzte DDR-Fußballer des Jahres wurde bei der Amtsübernahme beim BSV vor rund acht Wochen mit folgenden Worten zitiert: „Ich freue mich auf die spannende Aufgabe beim Bremer SV. Wir werden mit großem Herzen, diszipliniertem, ehrlichem Fußball unser großes Ziel, den Klassenerhalt, angehen. Gemeinsam mit Spielern, Verantwortlichen und Fans werden wir leidenschaftlich Tag für Tag daran arbeiten.“ Gegenüber dem online-Portal „fussball.de“ formulierte er die Saisonziele der Männer von der Weser so: „Der Klassenverbleib wäre für uns wie eine Meisterschaft. Dafür müssen wir bis zu fünf Mannschaften hinter uns lassen.“

Der Kader hat nach dem Aufstieg keine gravierenden Änderungen erfahren. Von den acht Zugängen dürften Dylan Burke (Heider SV) und Onur Uzun (FC Oberneuland) die aus Flensburger Sicht bekanntesten sein, kommen sie doch von bisherigen Vertretern der Regionalliga Nord. Gegen Schalke standen neben Burke auch die Neuverpflichtungen Justin Sauermilch (OSC Bremerhaven), Allah Aid Hamid (Brinkumer SV) und Nikky Goguadze (PKC 83 Groningen/Niederlande) in der Startelf.

In der Saisonvorbereitung verlor der BSV zwar gegen Drittliga-Aufsteiger VfB Oldenburg mit 0:3, konnte aber auch sechs Testspiele gewinnen und so Selbstvertrauen tanken, wenngleich diese Gegnerschaft unterklassig war. Für die Bremer wird der Auftritt im Manfred-Werner-Stadion die Premiere in der Regionalliga Nord überhaupt sein, da die Begegnung des ersten Spieltags gegen Rehden aufgrund der DFB-Pokalteilnahme auf den 24. August verlegt werden musste.

Der SC Weiche: wieder gegen Aufsteiger

Weiche-Linksaußen Marcel Cornils ließ sich nach dem 2:0-Auswärtssieg in Emden die Nudeln schmecken und malte ein Bild der vollsten Zufriedenheit: „War schon cool hier. Wir sind gut ins Spiel gekommen, machen zwei frühe Tore, haben 2:0 gewonnen, drei Punkte und jetzt ein Heimspiel. So kann man starten.“ Hinzu kommt das Erreichen des Landespokalhalbfinales, wo unsere Mannschaft zum TSV Büsum muss. Die ersten drei Pflichtspiele der noch jungen Saison – alle auswärts – können jedenfalls als gelungen gelten und sollten Appetit auf den ersten Auftritt vor eigenem Publikum gemacht haben. Unsere Nummer zehn übersah in Emden allerdings nicht die Mängel nach der Pause: „In der zweiten Halbzeit hatten wir ein paar Unachtsamkeiten. Wir können uns glücklich schätzen, dass hinten keiner reinfällt.“ Dafür sorgte nicht nur Torhüter Jesper Heim mit zwei starken Paraden bei seinem Liga-Debüt für Weiche, sondern auch einer, der schon seit längerem dabei ist, aber sonst eher selten im Rampenlicht steht: Kevin Njie. „Das war überragend, eine glatte eins“, lobte Geschäftsführer Christian Jürgensen. Und Cheftrainer Thomas Seeliger meinte ebenso beschwichtigend wie zufrieden-grinsend über die schwächere zweite Halbzeit: „Es muss ja noch Steigerungsmöglichkeiten geben.“

„Es gibt keinen Grund, den Aufsteiger zu unterschätzen“, sagte der Trainer vor dem Spiel in Emden, und das gilt gleichermaßen für das Duell am Samstag gegen den Bremer SV. Den interessiert lauschenden Zuhörern der Pressekonferenz in Emden erzählte der Fußballlehrer, als es um die Frage ging, wie er die Chancen von Kickers Emden auf den Klassenerhalt einschätzen würde, auch noch einmal: „Ich sage meinen Jungs immer wieder: Es gibt keine leichten Spiele in der Regionalliga.“ Das wird er mit Sicherheit im Vorfeld der Partie am Samstag erneut tun. Der Bremer SV gilt schließlich als Außenseiter.

Und was denkt Marcel Cornils, der am Sonntag seinen 30. Geburtstag feiern kann und sich über ein vorzeitiges Präsent sicherlich sehr freuen würde, über den Gegner? Im Interview mit dem Stadionmagazin des SC Weiche sagte er: „Der Bremer SV ist mittlerweile eine Mannschaft, die in den letzten Jahren, wenn ich mich recht erinnere, am häufigsten an der Relegation zur Regionalliga teilgenommen hat. Sie werden eine hohe Qualität mitbringen, aber wir müssen vollen Fokus auf unser Spiel setzen, und dann können wir das Spiel im besten Fall für uns entscheiden.“ Und weiter: „Sie werden mit großer Euphorie zu uns nach Flensburg kommen. Das steht fest. Der Schritt von der Oberliga in die Regionalliga ist nochmal sehr groß. Den Vorteil in Sachen Erfahrung müssen wir klar für uns nutzen.“

Personell dürfte sich beim SC Weiche wenig ändern. Die Langzeitrekonvaleszenten Raphael Straub und Finn Wirlmann werden ebenso weiter ausfallen wie John-Frederik Dethlefs, der sich beim Test vor etwas mehr als drei Wochen in Oeversee einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen hat. Nicht dabei sein wird ebenso weiterhin Thies Richter, der nach Verletzung noch Trainingsrückstand hat. Hingegen dürfte Kapitän Dominic Hartmann, der wie Niclas Nadj in Emden einiges einstecken musste, ebenso zur Verfügung stehen wie der an der Hand verletzte Christopher Kramer. So dürfte der Kader, in den der zuletzt fehlende Patrick Thomsen zurückkehren könnte, im Wesentlichen der gleiche bleiben.

Hinweise für alle Fans: kein Strand-, sondern Fußballwetter!

Das Spiel wird am Samstag, 6. August 2022, um 13.30 Uhr im Manfred-Werner-Stadion angepfiffen. Schiedsrichter der Partie ist Marco Scharf (TSV Altenwalde), der von Mika Jungclaus (TSV Lamstedt) und Benjamin Lindner (SV Altencelle) assistiert wird. Einen Livestream bei „Sporttotal.tv“ wird es – wie üblich bei Heimspielen – geben.

Es gelten im Stadion schon seit längerem keine Corona-bedingten Einschränkungen mehr. Tickets gibt es – wie gehabt – in den Kategorien Stehplatz, Sitzplatz ohne sowie Sitzplatz mit Dach über unseren Ticketanbieter im Internet oder an den Stadionkassen.

Ein Hinweis zum Wetter: Für den Samstag werden eher frische Temperaturen um 18 Grad vorhergesagt – kein Strand-, sondern Fußballwetter also, zumal es am gesamten Tag trocken bleiben soll. Da lohnt doch der Gang ins Stadion!

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