SC Weiche 08 feiert glücklichen Auswärtssieg

Revanche gegen Rehden geglückt

 

Schütze des goldenen Tores: Casper Olesen. Foto: lip

Flensburg (mm) - Der SC Weiche Flensburg 08 hat am 21. Spieltag der Fußball-Regionalliga Nord einen ebenso wichtigen wie schwer erkämpften Auswärtssieg einfahren können. Beim BSV Schwarz-Weiß Rehden gelang bei zunächst sonnigem, freundlich-kaltem und trockenem Spät-Novemberwetter vor 220 Zuschauern, darunter neun Flensburgern, am Sonnabendnachmittag in den Waldsportstätten der Samtgemeinde ein 1:0-Sieg, der – gemessen an den Spiel- und Chancenanteilen – sicherlich als glücklich bezeichnet werden kann. Die Partie auf dem schwer bespielbaren, tiefen Boden ließ spielerische Kabinettstückchen kaum zu. Vor allem nach dem Führungstreffer, der in die einbrechende Dunkelheit unter Flutlicht fiel, verteidigte Weiche mit viel Leidenschaft. Weiche 08  konnte sich damit nicht nur für die unglückliche 0:2-Heimniederlage aus dem Hinspiel revanchieren, sondern eine kleine Negativserie stoppen. Zuletzt musste sie in Rehden zweimal – 1:3 (2. September 2017) und 0:1 (23. Februar 2019) – als Verlierer den Platz verlassen.

Eine Woche nach der 0:2-Heimniederlage gegen den TSV Havelse änderte Trainer Daniel Jurgeleit die Startelf gleich viermal. Die beiden Ex-Rehdener Kevin Njie (rechts) und Julian Stöhr (links) durften als Außenverteidiger beginnen. Für sie mussten Finn Wirlmann und Jonas Walter auf die Bank. Außerdem lief Jonas Andersen von Beginn an für Tim Wulff auf, und der wieder genesene Dominic Hartmann verdrängte Marvin Ibekwe aus der Anfangsformation.

Der SC Weiche 08 agierte taktisch im gewohnten 4-3-3-System, bei dem die Abwehr vor Torhüter Florian Kirschke von Kevin Njie (rechts), Jovan Vidovic, Angelos Argyris (beide zentral) und Julian Stöhr gebildet wurde. Im neu formierten Mittelfeld erhielten Torge Paetow, Dominic Hartmann und Christian Jürgensen das Vertrauen. Die drei Spitzen waren Fabian Graudenz (rechts), Jonas Andersen (zentral) und Casper Olesen (links). Eingewechselt wurden in der Schlussphase nacheinander Saisondebütant Ture Blaue, Marvin Ibekwe und Tim Wulff. Für sie löste sich der Sturm aus der Startelf auf, wobei mit der Einwechslung von Ture Blaue, der auf die „Sechs“ ging, das Mittelfeld gestärkt und auf ein 4-4-2-System umgestellt wurde. Den Spieltagskader komplettierten Ersatztorhüter Raphael Straub sowie Jonas Walter, Finn Wirlmann, Tayfun Can und Gökay Isitan. Neben den erkrankten Florian Meyer und Patrick Thomsen waren die verletzten bzw. aus einer Verletzung noch nicht zurückgekehrten Nedim Hasanbegovic, Kevin Schulz und Ilidio Pastor Santos nicht im Aufgebot für diese Partie.

Nachdem das Drohgebärde eines Spielausfalls abgewandt war, konnte die Begegnung auf dem tiefen Boden beginnen. Rehden ging gleich mit hohem Tempo in die Partie, baute enormen Druck auf, dem sich unsere Mannschaft nur schwer entziehen konnte. Beim blitzschnellen Abschluss von Djumo hatte der aufmerksame Unparteiische das vorherige Handspiel bei der Ballannahme geahndet, sodass der Treffer zu Recht nicht zählte (10.). Viel ging über Fouley, der meistens auf links wirbelte, einmal aber dann doch über rechts kam. Sein scharfer Abschluss – halb Schuss, halb Eingabe – ging quer durch den gesamten Flensburger Strafraum (12.). Erst nach etwa 20 Minuten nahm der Druck der Rehdener etwas ab, und unsere Mannschaft, die besonders in der Defensivarbeit des Mittelfeldes gefordert war, sortierte sich besser. Sie fand zunehmend ins Spiel, sodass erst wieder ein Abschluss von Linksverteidiger Ghandour, der das Tor verfehlte, Gefahr bedeutete (33.). Die Spielanteile waren jedoch klar verteilt, zumal sich unsere Mannschaft kaum einmal befreien konnte.

In der Schlussphase der ersten Halbzeit zogen die ganz in Schwarz gekleideten Gastgeber das Tempo erneut an. Nach einem Ballverlust im Flensburger Spielaufbau setzte Menga über die linke Seite Fouley in Szene, dessen Schuss aus 17 Metern über den Kasten ging (42.). Schließlich musste SC-Torhüter Florian Kirschke noch zweimal parieren. Erst war er beim Schuss von Kaffenberger vom rechten Strafraumeck rechtzeitig unten, nachdem Djumo für seinen Rechtsverteidiger aufgelegt hatte (44.). Dann konnte der Flensburger Schlussmann einen schwierigen, weil aufsetzenden Schuss aus 18 Metern von Fouley zur Seite abwehren (45.). Und die Flensburger? Sie konnten in den ersten 45 Minuten lediglich zwei kleine Offensivzeichen abgeben. Zunächst traute sich Jonas Andersen nicht ins Eins-gegen-Eins-Duell mit Esche (14.), dann setzte er den einzigen Flensburger Torschuss vor der Pause am Kasten vorbei (28.).

Aber: Der SC Weiche 08 lag kurz nach dem Seitenwechsel plötzlich in Führung! Jonas Andersen hatte sich in Höhe der Mittellinie einen Querpass von Ghandour erlaufen, auf halblinks bis in den gegnerischen Strafraum den Ball behauptet und zurück auf Dominic Hartmann gepasst. Dessen Flanke köpfte Casper Olesen nicht allzu scharf, allerdings genau platziert ins obere Eck (49.).

Auf die überraschende Führung fanden die Schwarz-Weißen eine schnelle Antwort, doch Florian Kirschke stand den Gastgebern beim Abschluss von Fouley im Wege, ehe der BSV beim Abpraller ein erstes Mal einen Strafstoß forderte, aber Schiedsrichter Tim Skorczyk entschied bei der riskanten Grätsche von Dominic Hartmann, mit der Djumo auf dem geschundenen Rasen landete, nur auf Eckstoß (51.). Noch einmal forderten die Gastgeber Strafstoß; diesmal sollte Djumo von Kevin Njie gefoult worden sein (62.). Bei beiden Entscheidungen lag der Unparteiische allerdings richtig.

Inzwischen – die Dunkelheit legte sich über die Waldsportstätten – hatte sich ein toller Kampf entwickelt, der einer heißen Pokalschlacht glich: hier die anrennenden Gastgeber, dort die sich nach Kräften wehrenden und jetzt auch konternden Flensburger. Einen von Dominic Hartmann getretenen Freistoß aus halblinker Position parierte Torhüter Borgman (69.). Insgesamt konnte sich unsere Mannschaft jetzt besser befreien, zumal sich die Partie zunehmend passender für die körperbetonte Art von Jonas Andersen entwickelte, der die Rehdener Abwehr beschäftigen konnte. Einen Konter über ihn spielte Weiche aber leider ebenso wenig geschickt aus (80.) wie über den gerade eingewechselten Marvin Ibekwe, der auf halblinks mit Schnelligkeit alle vernascht hatte, mit dem Pass in den Rücken der Abwehr allerdings auch seine Mitspieler überraschte (83.).

Rehden agierte weiterhin druckvoll, doch die Flensburger Defensive zeigte nun ihre Stabilität. Ein wenig Glück kam hinzu, als der aufgerückte Innenverteidiger Esche nach einem Freistoß von rechts am zweiten Pfosten unter Bedrängnis das Tor verfehlte (76.) und als Menga in fast identischer Position aus spitzem Winkel erst an Torhüter Florian Kirschke scheiterte, dann den Nachschuss in den Nachthimmel jagte (84.). So musste Weiche nur noch zwei Schusschancen überstehen. Erst zog Fouley aus 20 Metern, verdeckt, ab, zielte aber rechts vorbei (89.), dann prüfte der eingewechselte Ivicic den starken SC-Torhüter Florian Kirschke, der die Kugel zur Seite abwehrte (90.+2). So blieb es auch nach sechseinhalb Minuten Nachspielzeit beim knappen 1:0-Sieg der Gäste aus dem hohen Norden.

Bei den Schwarz-Weißen war der sehr präsente Fouley der auffälligste Akteur. Auch Krasniqi auf der „Sechs“ konnte sich zeigen ebenso wie sein Nebenmann Bajric. Die besten Noten bei unserer Mannschaft, die vor allem kämpferisch eine geschlossene Leistung ohne Ausfall zeigte, konnten sich der fehlerfreie Torhüter Florian Kirschke und – mal wieder – Torge Paetow verdienen. Besonders lobend zu erwähnen sind jedoch die Ex-Rehdener Kevin Njie und Julian Stöhr, die ihre Sache als Außenverteidiger ebenso gut machten wie Saisondebütant Ture Blaue.

Am kommenden Wochenende steht in der Regionalliga Nord der letzte reguläre Spieltag des Kalenderjahres 2019 an. Dann empfängt derSC Weiche 08 am Sonnabend, 7. Dezember 2019, ab 13.30 Uhr im Manfred-Werner-Stadion den VfB Oldenburg. Der blau-weiße Traditionsverein, von dem Angelos Argyris im Sommer an die Förde zurückgekehrt war, hatte in der Vergangenheit immer wieder den Anspruch, um den Aufstieg in die 3. Liga mitzuspielen. Für ganz oben scheint es auch in der aktuellen Spielzeit nicht zu reichen, doch das in den Vorjahren zwischenzeitlich zumindest schlingernde Schiff – 2017/18 war man am 27. Spieltag noch auf dem 15. Platz, wurde am Ende Dreizehnter und 2018/19 war man am 10. Spieltag auf Rang 14 und wurde zum Schluss Neunter – dürfte inzwischen in stabiler Lage durch die Viertliga-Gewässer fahren. Dass derzeit nicht mehr als ein Mittelfeldplatz erreicht wird, liegt zum einen an der durchwachsenen Auswärtsbilanz. Die Oldenburger konnten lediglich drei der elf Partien in der Fremde gewinnen und dabei elf Punkte holen. Zum anderen geht eine der beiden Heimniederlagen auf das Konto des SC Weiche, der das Hinspiel am 18. August 2019 nach einem 0:1-Pausenrückstand vor 1.359 Zuschauern durch Treffer von Torge Paetow (46.) und Kevin Schulz (79.) mit 2:1 gewinnen konnte. Die Fans sind dem Ex-Zweitligisten bislang treu geblieben. So stehen die Niedersachsen wie gehabt auf Platz zwei der Zuschauertabelle. Auch an der Förde darf sich der VfB sicherlich über Fan-Unterstützung freuen. Zu sehen gibt es u. a. Enis Bytyqi. Der 22-Jährige aus Kosovo kam erst nach Saisonbeginn von den Würzburger Kickers und hat – ebenso wie der mittlerweile 31-jährige Kifuta Kiala Makangu – bereits ordentlich eingenetzt. Besonderes Augenmerk in der Liga hat sich Pascal Steinwender erarbeitet, der auch im Hinspiel das Führungstor für den VfB Oldenburg erzielt hatte (14.). Der pfeilschnelle 23jährige Spieler traf bereits siebenmal und hat die Aufmerksamkeit vieler Vereine auf sich gezogen. Dabei ist die Nummer 7 der Blau-Weißen ein „original“ Oldenburger „Eigengewächs“. Wie seine Mitstreiter wird Steinwender sicherlich alles in Bewegung setzen, um im 16. Aufeinandertreffen zwischen Weiche und dem VfB Oldenburg endlich den zweiten Sieg der Niedersachsen feiern zu können. Den bislang einzigen „Dreier“ gab es auch an der Förde. Am 28. September 2014 hatten die Niedersachsen knapp mit 3:2 gewonnen.

Weiche:
Kirschke – Njie, Vidovic, Argyris, Stöhr (V) – Paetow, Hartmann (V), Jürgensen (Kap./V) – Olesen (82. Ibekwe), Andersen (90. Wulff), Graudenz (77. Blaue).

Tor:
0:1 Olesen (49.).

Zuschauer:
220, darunter 9 Flensburger, in den Waldsportstätten, Rehden.

Schiedsrichter:
Tim Skorczyk (VfL Salder/Salzgitter), hatte die nicht einfach zu leitende Partie recht gut im Griff, kam mit dreimal „Gelb“ für Weiche über die Runden und ließ sich zweimal nicht zu Strafstoßpfiffen für die Gastgeber hinreißen (51., 62.). Etwas lang schien die vorgesehene Nachspielzeit von fünf Minuten, wenn man bedenkt, dass bis zur 90. Minute keinerlei Verletzungs- bzw. Behandlungspausen aufgetreten waren.


Die Trainerstimmen:

Weiche 08-Trainer Daniel Jurgeleit sprach von einem insgesamt glücklichen Sieg, wenn man die 90 Minuten betrachtet. „Wir wollten etwas tiefer stehen, viel arbeiten, weil wir wussten, dass wir auf einem schwierigen Platz auf einen guten Gegner treffen, und dann eher auf Konter spielen.“ Nicht so zufrieden zeigte er sich, dass seine Mannschaft dann nur sehr wenige Gelegenheiten hatte. „Wir haben sehr viele Bälle im Zentrum verloren“, so unser Trainer weiter, „aber einen Angriff mal gut zu Ende gespielt und danach mit Leidenschaft verteidigt.“ Er erinnerte an das Hinspiel, als Rehden eher glücklich gewonnen habe. So gleiche sich das insgesamt ein wenig aus. Derr Trainer abschließend anerkennend: „Rehden hat eine richtig gute Mannschaft.“

Der Trainer des BSV Rehden, Heiner Backhaus, richtete zunächst seine Glückwünsche an Daniel Jurgeleit. „Wir hatten im Hinspiel Glück und wussten danach nicht so richtig, wie wir da gewonnen haben“, so der BSV-Trainer, der anschließend die Analyse zweigeteilt sehen wollte. Aus taktischer Sicht sah er seine Mannschaft sehr gut, „mit Ball drückend überlegen, mit überragendem Gegenpressing“. Es gäbe überhaupt keinen Vorwurf an seine Jungs; alle seien ans Limit gegangen. Dann kam jedoch das große Aber. Der andere Teil würde so aussehen, dass zwei seiner drei Angreifer vermutlich nicht einmal im Fünfmeterraum gewesen seien, „da, wo man Geld verdient“, obwohl viele Bälle in den Fünfmeterraum gekommen seien. Aber so sei Leistungssport eben. Schließlich wertete er das Gegentor aus, das eben da passierte, wo Geld verdient werde und seine Mannschaft nicht gut verteidigt habe. Viel schlimmer habe er gesehen, dass alle die Verantwortung auf Addy-Waku Menga schieben würden. Weil da, wo man das Geld verdient, Weiche besser war, habe man das Spiel zu Recht verloren. An Daniel Jurgeleit gewandt meinte der Trainer der Gastgeber abschließend: „Ihr steht zu Recht da vorn.“

Weiche 08-Torhüter Florian Kirschke, der aus einer kämpferisch starken Mannschaft noch herausragte, meinte nach der Partie nüchtern: „Es war ein Arbeitssieg – wie gefordert. Wir haben die Bedingungen gut angenommen.“ Ganz ähnlich sah Torge Paetow die Partie: „Es war nicht besonders schön, aber erfolgreich. Defensiv haben wir gut gestanden und uns den Platzverhältnissen angepasst.“ Kapitän Christian Jürgensen strahlte nach Abpfiff: „So einen Sieg brauchten wir mal. Es war sicherlich kein fußballerischer Leckerbissen, aber jeder hat sich voll reingehauen. Wir haben super gekämpft.“ Besonders habe ihn gefreut, dass Julian Stöhr ein richtig starkes Spiel gemacht habe, ebenso wie Kevin Njie und Ture Blaue. Angesprochen auf den ersten Einsatz von Ture Blaue meinte  Trainer Daniel Jurgeleit: „Ture war eigentlich schon vorher mal dran, hätte auch schon mal spielen können. Er musste nach der Saisonvorbereitung erst ankommen und hat sich danach richtig gut entwickelt.“

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