Ruderergometer und Kraftraum statt Schlei

Start der der "Women‘s Rowing Challenge" am 8. Januar

Corina, Ronja und Brigitte Köster (v. l.) repräsentieren gleich drei Generationen im Domschulruderclub. Sie lieben ihren Sport – auf dem Wasser und auf dem Ruderergometer. Foto: Kleimann-Balke.

Schleswig (ckb) – „Die Bewegung an der frischen Luft ist großartig“, betont Brigitte Köster. „Man trainiert wirklich jeden einzelnen Muskel im Körper.“ Vor über 20 Jahren ist sie das erste Mal in ein Ruderboot gestiegen. Eine Freundin hatte sie mitgenommen. „Und ich war schnell begeistert und bin dabeigeblieben.“ Seitdem trainiert sie regelmäßig im Domschulruderclub Schleswig e.V. – im Sommer auf der Schlei und im Winter auf der Turnmatte oder dem Ergometer im Clubhaus. Die Begeisterung für den Rudersport hat sie an ihre Enkelin Ronja weitergegeben. „Ich habe in der 5. Klasse mit dem Rudern begonnen“, erzählt sie. Im Schnupperkurs für die Eltern der Domschüler hat dann auch ihre Mutter Corina ihr Herz an den Sport auf dem Wasser verloren. „Rudern ist beinahe meditativ“, findet sie. „Auf dem Wasser kann man einfach wunderbar entspannen.“

Ein Sport für alle Generationen
Es gibt viele gute Gründe zu rudern: körperliche Fitness, Verbesserung von Koordination und Gleichgewichtssinn, Stärkung der Kondition – um nur ein paar von ihnen zu nennen. Was Brigitte, Corina und Ronja Köster aber besonders an ihrem Sport lieben, ist der Teamgeist, der immer mitfährt. „Man ist nie allein in einem Boot“, erzählt Ronja Köster. „Und die Kleinen lernen von den Großen.“ Außerdem gibt es da noch etwas Besondere am Rudersport: „Hier können verschiedene Generationen und Leistungsklassen, Männer und Frauen gemeinsam sportlich aktiv sein – wo ist das schon möglich?“ ergänzt Brigitte Köster. Als späte Anfängerin hat sie erfahren, wie stark der Teamgedanke unter den Ruderinnen und Ruderern ist. „Man wird von Anfang an unterstützt. Das hat mich sehr beeindruckt.“ Rudern zeichnet sich durch weiche, fließende Bewegungen aus, ist dadurch gelenkschonend und kann bis ins hohe Alter praktiziert werden. Es verwundert nicht, dass auch im Domschulruderclub einige Damen und Herren jenseits der 80 noch mit im Boot sitzen. Wer Hilfe beim Ein- und Ausstieg braucht, bekommt sie. „Man kann lange mit dabei sein. Das ist ein schöner Gedanke.“
Wenn die Tage kürzer werden und der Steg abgebaut wird, endet die Rudersaison. „Dann tauschen wir im Training die Schlei gegen Turnmatte, Kraftraum und Ruderergometer“, erzählt Corina Köster. „So retten wir uns und unsere Kondition über den Winter.“ Die Ruderergometer waren auch in den vergangenen zwei Jahren sehr wichtig für den Zusammenhalt im Verein. Pandemiebedingt durften nicht so viele Ruderinnen und Ruderer in einem Raum trainieren. „Also haben wir die Geräte hier im Clubhaus in unterschiedliche Räume gestellt, um überhaupt rudern zu können“, erzählt Corina Köster. In diesem Jahr können die Sportler wieder gemeinsam rudern – im Winter zwar nebeneinander und nicht hintereinander, aber auch das macht Spaß und weckt den Ehrgeiz. „Anfang des Jahres nehmen wir an der Women‘s Rowing Challenge teil“, erzählt Ronja Köster. „Sie wird vom deutschen Ruderverband ausgerichtet. Es geht darum, als Verein an festgelegten Tagen möglichst viele Kilometer zu rudern.“
Die Challenge startet am 8. Januar. Dann geht es darum, wie viele Meter innerhalb von 8 Minuten gerudert werden. Am 15. Januar wird die Zeit auf 15 Minuten erhöht. Für den 22. und 30. Januar wird analog dazu verfahren. Die geleistete Strecke wird dann an die Challengemanagerin weitergeleitet. Sie meldet die Meter dann dem Ruderverband für die Auswertung. Mitmachen darf jede Ruderin ab 12 Jahren. Neben der Wertung für den Verein, werden auch noch fünf Altersklassen gewertet: Ü60 (60+), Ü45 (45-59), Ü30 (30-44), U30 (18-29) und U18 (12-17).

Teamgeist im Domschulruderclub
Der Ruderverband hat diese Challenge 2018 ins Leben gerufen und der Domschulruderclub ist wieder mit von der Partie. „In den letzten beiden Jahren mussten wir alle getrennt voneinander daran teilnehmen“, erzählt Corina Köster. „Aber selbst da konnten wir unseren Teamgeist spüren ¬– der funktioniert nämlich auch über Distanz.“ Diesmal kann im Bootshaus gemeinsam gerudert werden. „Aber es darf gern auch wieder außerhalb der Vereinsräume mitgemacht werden“, betont Heike Kohrt, stellvertretende Vorsitzende des Domschulruderclubs. Wer nicht vor Ort rudert, schickt ein Selfie mit der Distanzmessung des Ergometers als Dokumentation der geleisteten Meter. „Gäste sind uns sowohl vor Ort als auch von zu Hause ausdrücklich willkommen. Und auch diejenige, die meint, dass sie vielleicht nicht genug Meter rudert, möchten wir gerne ermutigen, mitzumachen. Am Ende könnten es genau diese Meter sein, die zu einer Platzierung fehlen.“ 2021 haben die Schleswigerinnen von rund 100 teilnehmenden Vereinen den 22. Platz belegt und waren im schleswig-holsteinischen Ranking sogar auf Platz zwei. „Das motiviert uns natürlich für die kommende Challenge, in der wir unsere Leistung gerne verbessern möchten“, ergänzt sie. „Und in der wir noch mehr Frauen für unseren Sport begeistern möchten.“
Ab Januar werden sich also hoffentlich wieder viele Teilnehmerinnen für die Women‘s Rowing Challenge in die sprichwörtlichen Riemen legen – leistungsunabhängig und generationsübergreifend – und mit geballter Frauenpower.

Women‘s Rowing Challenge:
Die Women‘s Rowing Challenge 2023 ist eine Initiative des Deutschen Ruderverbandes. Sie findet vom 8. bis 30. Januar statt. Anmeldung und Anfragen über Heike Kohrt (heike.kohrt@drc-schleswig.de). Informationen gibt es auch über Instagram.

 

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