Ringvorlesung in der Phänomenta

Fortschritt in die Klimakatastrophe?

Foto: Phänomenta Flensburg

Flensburg (mm) - Seit einigen Monaten protestieren weltweit immer mehr Schülerinnen und Schüler dagegen, dass sie im Jahr 2050 mit einer Klimakatastrophe leben müssen. Sie fordern von der aktuellen Generation der Entscheidungsträger, die Sorgen der zukünftigen Generation ernst zu nehmen. Mit dieser Forderung steht auch das Fortschrittsideal der heutigen Generation zur Diskussion.

Dem Thema "Fortschritt in die Klimakatasdtrophe?" widmet sich Prof. Dr. Sybille Bauriedl, Abteilung Geographie, von der Europa-Universität Flensburg  in ihrem Vortrag am Montag, 11. März,  18.00 Uhr in der Phänomenta Flensburg.

Die Nicht-Nachhaltigkeit des aktuellen Wirtschaftssystems, das auf einem technologieoptimistischen, permanenten Wachstum der Produktion und des Konsums basiert, ist wissenschaftlich nachgewiesen. Es führt sogar zu einem weiter zunehmenden Ressourcenverbrauch mit beschleunigten negativen Effekten für unsere Umwelt. Warum findet eine Abkehr von diesem ressourcenintensiven Fortschrittsmodell dennoch nicht statt? Seit 1992 gibt es internationale Vereinbarungen zum Klimaschutz, die auf eine freiwillige Reduktion von Treibhausgasemissionen hoffen und auf technologische Innovationen für eine emissionsfreie Energieversorgung setzten. Diese Strategien haben den Klimawandel in den letzten 27 Jahren nicht bremsen können.
Der Vortrag stellt die aktuelle Debatte um technologischen und gesellschaftlichen Fortschritt in der Umweltpolitik und der Transformationsforschung vor und zeigt, warum eine nachhaltige Zukunftsgestaltung so schwierig und immer notwendiger ist.

Zur Ringvorlesung "Fortschritt"
Fortschritt ist etwas Positives, zumindest entsteht dieser Eindruck, wenn der Begriff im Internet gesucht wird. Fortschritt ist besser als Rückschritt oder Stillstand, Fortschritt ist notwendig für Weiterentwicklung, Fortschritt eröffnet neue Perspektiven und Möglichkeiten, Fortschritt bedeutet Vorankommen. Dies ist keineswegs eine moderne Lesart, schon 1891 formulierte der irische Autor Oscar Wilde: "Fortschritt ist die Verwirklichung von Utopien."
Fortschritt war der Name eines Landmaschinenwerkes der DDR …
 Eine etwas längere Beschäftigung mit dem Konzept des Fortschritts führt dann aber auch zu ganz anderen Perspektiven: hier werden dann die möglichen Kehrseiten des Fortschritts angesprochen und eine naive Fortschrittsgläubigkeit in Frage gestellt. Fortschritt ist also nicht notwendigerweise "Mehr" oder "Weiter" oder "Besser". Damit stellt sich aber die Frage, was Fortschritt wirklich ist, wie dieser beschrieben werden kann und welche Perspektiven verschiedene Disziplinen auf ihn entwickelt haben. Derartige Fortschrittsdiskussionen werden Beitragende der Ringvorlesung sowohl im Hinblick auf das eigene Fach, aber auch auf dessen gesellschaftliche Wirkung vorstellen.
Aber vielleicht gilt auch: "Fortschritt ist der Taumel von einem Irrtum zum nächsten" (H. Ibsen)

Weitere Informationen finden Sie unter

www.flensburger-ringvorlesung.de
 

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