Kinderpaten möchten Zeit und Freude schenken

DRK-Kreisverband vermittelt krebserkrankten Eltern kostenfreie Kinderbetreuung

Projektleiterin Kirsten Schmidt Holländer (3. von rechts) mit sechs der acht Kinderpatinnen: Sabine Nielsen (v.l.), Monika Oettershagen, Gisela Bertermann, Karin Grunwald, Anja Hinze und Martina Bachmann. Foto: DRK

Schleswig (mm) - Sie sind keine Therapeuten oder Ärzte, doch sie schenken wertvolle Zeit und ein offenes Ohr: Ab sofort unterstützen acht ehrenamtliche Kinderpatinnen im DRK-Kreisverband Schleswig-Flensburg Familien mit an Krebs erkranktem Elternteil kostenfrei bei der Betreuung ihrer Kinder.

Die Frauen haben in den letzten Monaten Fortbildungen mit den Schwerpunkten Erste Hilfe am Kind, Krebsdiagnose und -behandlung sowie den Umgang mit Kindern krebserkrankter Eltern absolviert. „Es war eine nette Runde mit interessanten Themen und hat mir super gefallen“, sagt Teilnehmerin Iris Schönfeld aus Brekling. Sie habe in der Zeitung von dem Projekt gelesen und sich nach einer Bedenkzeit entschlossen, mitzumachen: „Es ist eine sinnvolle Sache und der Bedarf ist tatsächlich da.“

Kinderpaten müssen seelisch belastbar, tolerant und zuverlässig sein sowie ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, denn sie sollen betroffene Familien stundenweise bei der Kinderbetreuung unterstützen und im anstrengenden Alltag entlasten. Den Eltern wird Freiraum für die Behandlung oder auch Ruhephasen geschaffen, die Kinder wiederum bekommen eine „krebsfreie“ Auszeit mit ihrem Paten.

Dass Kinderpaten und Familien zueinander finden, dafür sorgt der DRK-Kreisverband. Projektleiterin Kirsten Schmidt Holländer führt im Vorfeld ein persönliches Gespräch im familiären Umfeld und wählt im Anschluss einen passenden Kinderpaten aus. Es folgt ein gemeinsames Treffen zum Kennenlernen, bei dem auch der zeitliche Rahmen für die Betreuung festgelegt wird. Vorgesehen sind zwei bis vier Stunden in der Woche für bis zu vier Monate.

Während dieser Zeit wird ein Betreuer vom DRK Familie und Paten begleiten und bei
Schwierigkeiten oder belastenden Situationen zur Seite stehen. Zudem möchten die
Kinderpaten untereinander in Kontakt bleiben, um sich auszutauschen und fortzubilden. „Ich
wünsche Ihnen schöne Begegnungen mit den Familien“, gab ihnen Dozentin Sabine Brütting
am letzten Tag der Fortbildungen mit auf den Weg.

„Ich fühle mich gut gewappnet, auch wenn man nie weiß, wo die Reise hingeht“, sagt
Kinderpatin Sabine Nielsen aus Twedt: „Schließlich gehe ich nicht in die Familie, weil es so
schön ist, sondern weil jemand erkrankt ist.“ Daher sei auch ihre Motivation, den Kindern ein
Stück Normalität zu geben, sagt sie: „Ich habe die Zeit dafür und möchte sie verschenken.“
Erfahrung in der Kinderbetreuung habe sie bereits: „Ich habe beim Projekt ‚wellcome‘ eine
Familie mit Drillingen unterstützt.“

Familien, die Interesse an einem Kinderpaten haben, können sich beim DRKKreisverband
melden: Kirsten Schmidt Holländer, Telefon 04621 81935 oder per E-Mail an
schmidt-hollaender@drk-sl-fl.de.

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