Grußwort der Stadt Niebüll und der Gemeinde Leck

Corona-Virus: Unsichtbare Gefahr jetzt direkt vor der Haustür

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, in Niebüll, Leck und der ganzen Region Südtondern!

Als Bürgermeister und Bürgervorsteher*in der beiden großen Einkaufs- und Dienstleistungsorte der Region Südtondern grüßen wir Sie in diesen Zeiten. Zeiten wie wir alle sie uns z.B. bei unseren Neujahrsempfängen vor wenigen Wochen noch nicht haben vorstellen können. War das Corona-Virus bzw. die COVID-19-Erkrankung bis vor kurzem etwas, was wir nur aus der Ferne in den Nachrichten verfolgen konnten, steht diese unsichtbare Gefahr für uns alle jetzt sozusagen vor unserer Haustür. Es ist still geworden in der Stadt und Gemeinde!  Und es wird noch eine ganze Weile still bleiben.

Über die letzten Tage ist das öffentliche Leben immer weiter eingeschränkt worden.  Über allem schwebt das Hauptziel aller Verantwortlichen, die Verbreitung des Virus dadurch zu durchbrechen, dass so viele Kontakte zwischen Menschen wie nur irgend möglich vermieden werden. Bitte machen Sie mit, ignorieren Sie die Verbote nicht. So schwer das in vielen Teilen und Lebensbereichen auch sein mag. Natürlich muss und wird das Leben als solches weitergehen. Unterm Strich kann wohl zusammengefasst werden, dass ab jetzt eigentlich nur noch die Geschäfte und Dienstleistungen geöffnet haben, die der absoluten Grundversorgung dienen. Aber gerade dies Mindestangebot ist vorhanden! Lebensmittel, Güter des täglichen Bedarfes sind verfügbar und es gibt nach Bekunden aller berufenen Stellen des Groß- und Einzelhandels keine Liefer- oder Nachschubengpässe.Vorsorge und Vorratshaltung im normalen Umfang sind gut und richtig. Aber für Panik und Hamsterkäufe gibt es keinen Grund und auch kein Verständnis! Wir sind alle gemeinsam aufgefordert, Verständnis für all unsere Mitmenschen aufzubringen. Eltern von schulpflichtigen Kindern sind momentan ganz besonders gefordert. Sie verdienen unser aller Unterstützung. Aufmerksamkeit brauchen aber auch unsere Nachbarn. Besonders auch die älteren, denen man im Sinne bester Nachbarschaftshilfe neue Aufmerksamkeit schenken kann, z.B. um einen Einkauf mit zu erledigen.  Verständnis für die eigenen Nöte brauchen in den kommenden Wochen aber auch unsere vielen Unternehmen, die spätestens ab heute ihre Türen schließen müssen und die bis Anfang dieser Woche das Leben in unseren Innenstädten mit ihren Angeboten für Stadt und Land geprägt haben. Vieles steht einfach still. Das hat Folgen auch für die Umsätze, für die Erträge, für Beschäftigungsverhältnisse. Menschen werden Kurzarbeit erleben, ein Begriff den man bisher nur aus der Großindustrie, aber nicht für Beschäftigte unserer bunten Geschäftswelt in Niebüll und Leck kannte.

Wir alle sind irgendwie betroffen und wir hoffen gemeinsam, dass der ganze Spuk am 20. April vorbei ist und die Normalität in unser Leben zurückkehrt.  Unser Dank gilt an dieser Stelle allen Beschäftigten im gesamten Gesundheits- und Pflegesystem und auch im Lebensmitteleinzelhandel. Die Gefährdung auch der eigenen Gesundheit ist hier aufgrund der Nähe zu den Menschen wohl mit am höchsten. Alle leisten derzeit mehr als gefordert ist. Teilweise bis an die Grenzen der Belastbarkeit. Denn man darf nie vergessen, dass auch diese Mitarbeiter*innen Angehörige, Kinder, Eltern haben, um die man in Sorge ist. Unser Dank gilt auch den Mitarbeiter*innen in unserer Amtsverwaltung und der Kreisverwaltung in Husum. Es gibt für viele keine Arbeitszeitbegrenzung mehr. Es wird getan was getan werden muss. Gleiches gilt für unsere Mitarbeiter*innen auf unseren Bauhöfen, den Kläranlagen, bei Drei-Harden, den Stadtwerken, der Müllabfuhr. Alles Bereiche, die dafür sorgen, dass unsere Infrastruktur auch in diesen Zeiten funktioniert. Und weil wir alle nicht wissen, wie weit das Virus schon um uns herum ist, wird überall der Dienstbetrieb so strukturiert, dass auch im Fall des Falles eine Quarantäne nicht alles stilllegt.

Das kann sich keiner vorstellen, das will sich keiner vorstellen und trotzdem muss all dies in unser aller Interesse gedacht und organisiert werden. Weshalb die Amtsverwaltung, die Sozialzentren, die Rathäuser für den direkten Kundenkontakt grundsätzlich geschlossen sind.  Die meisten Menschen verfügen heute über die Möglichkeit, sich im Internet zu informieren. Informieren Sie sich bitte auf den Internetseiten der Amtsverwaltung Südtondern, der Gemeinde Leck und der Stadt Niebüll, des Kreises Nordfriesland, des Landes Schleswig-Holstein und des Robert-Koch-Institutes (RKI). Vertrauen Sie bitte diesen Quellen! Und begegnen Sie insbesondere den vielen zweifelhaften Verlautbarungen in den sozialen Medien mit kritischer Distanz.

Bleiben Sie gesund und kommen Sie, Ihre Angehörigen, Nachbarn und Kolleg*innen gut durch diese unwirkliche Zeit!

Wilfried Bockholt, Bürgermeister der Stadt Niebüll
Uwe Christiansen, Bürgervorsteher der Stadt Niebüll
Andreas Deidert, Bürgermeister der Gemeinde Leck
Sabine Detert, Bürgervorsteherin der Gemeinde Leck

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