Glück im Unglück

Bisher eine positiv getestete Person nach Party auf Sylt

 

Nordfriesland (pa/mm) - 102 Personen hat das Kreisgesundheitsamt am 12. Oktober in der Turnhalle der St. Nikolai Grundschule auf Sylt auf das Corona-Virus getestet, nachdem es am 7. Oktober über einen positiven Fall auf der Insel informiert worden war. Der Mann hatte unter anderem ein Lokal auf der Insel besucht. Zwei Teams – eines des Gesundheitsamtes Kreis Nordfriesland und eines der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) – nahmen am Montag in einer groß angelegten Testaktion die Abstriche.

Nun sind die meisten Ergebnisse da. 99 der getesteten Personen sind negativ, eine Person positiv auf das Virus getestet worden. Die Ergebnisse von acht Nachzüglern, die z.T. später getestet wurden, sind noch offen. Deren Ergebnisse werden voraussichtlich morgen erwartet. Das Gesundheitsamt hat die eine positiv getestete Person in Quarantäne gesetzt und mit der Nachverfolgung seiner Kontakte begonnen.

»Glücklicherweise sind unsere schlimmsten Befürchtungen nicht wahr geworden. Ein Superspreader-Ereignis ist ausgeblieben«, betont Nina Rahder, die Leiterin des Fachbereiches Sicherheit, Gesundheit und Veterinärwesen der Kreisverwaltung Nordfriesland erleichtert. »Dass die Situation jetzt noch einmal glimpflich abgelaufen ist, darf jedoch niemanden zu falschen Schlüssen verleiten. Zusammenkünfte vieler Menschen auf engem Raum – und das ohne die Einhaltung der AHA + L-Regeln – sind immer noch der häufigste Grund für die Weiterverbreitung des Virus. Ich appelliere an alle, sich weiterhin verantwortungsbewusst zu verhalten – sich selbst und den Mitmenschen zuliebe«, stellt Rahder klar.

Der Großteil der ermittelten Kontaktpersonen war zuvor durch einen Aufruf des Kreises über die Medien und die kreiseigene Facebook-Seite hervorgegangen. Das Lokal, das der Infizierte auf Sylt besucht hatte, konnte nur unvollständige und größtenteils fehlerhafte Kontaktdatenlisten vorlegen. Daher entschied sich der Kreis am Samstag zu einem öffentlichen Aufruf nach Kontaktpersonen, die zum fraglichen Zeitraum im Lokal waren. Mit Erfolg. Über 100 relevante Kontakte meldeten sich und wurden anschließend auf das Virus getestet.

Eine Schließung des Lokals hat das Gesundheitsamt nicht angeordnet. Gegen den Wirt wurde mittlerweile jedoch ein Bußgeldverfahren in die Wege geleitet. Dabei stehen mehrere Verstöße zur Debatte, u.a. die mangelhafte Erfassung von Kontaktdaten und die Nicht-Einhaltung von für Gaststätten geltende Regelungen. Inzwischen gibt es Hinweise, dass möglicherweise in nicht unerheblichem Maß auch technische Probleme der vom Gastwirt genutzten QR-Code-Lösung für die unvollständigen Gästekontaktlisten verantwortlich gewesen sein könnten. Jedoch ist der Betreiber in der Pflicht, die Funktionalität seiner Erfassungslösung von Kontaktdaten sicherzustellen. Auf das Bußgeld, dass die Gäste, die sich nicht ordentlich in die Listen eingetragen haben, hätten zahlen müssen, verzichtet der Kreis. »Im Fokus steht für uns immer, die Ausbreitung des Virus zu stoppen«, ergänzt Nina Rahder.

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