Aufbruch-Stimmung in Dagebüll

Lockerungen der Corona-Vorgaben

Dagebüll kann wieder Gäste empfangen. Der Neustart steht in Verbindung mit einer großen AufbruchStimmung. Foto: Eggers

Dagebüll (ge) – Die Bewohner Dagebülls sind bedrohliche Situationen gewohnt: Regelmäßig sind sie mit Sturmfluten konfrontiert, die ihnen der „Blanke Hans“ über die Mole schleudert. Diese kommen unter Namen wie Kyrill, Xaver, Sabine oder Wilfried daher und werden stets von dem stabilen Dagebüller Deiches abgewehrt. Doch gegenwärtig haben wir es mit einem Angreifer zu tun, der sich nicht am Klimadeich „totlaufen“ kann und der nicht nach einigen Stunden wieder verschwunden ist: Corona stellt die Menschen vor ganz neue Herausforderungen – nicht nur gesundheitlicher Art. Mit den Maßnahmen zur Einschränkung der Corona-Pandemie sind weite Teile des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens zum Erliegen gebracht worden, wovon insbesondere Orte und Regionen betroffen sind, die auf den Tourismus angewiesen sind, so auch Dagebüll. Vor der Corona-Krise wurde viel geplant: Die feierliche Klimadeicheröffnung am 16. Mai und auch das Dagebüller Sommerprogramm, bei dem von Anfang Juli bis August in jeder Woche mindestens ein Konzert auf dem Deichtorplatz stattfinden sollte. Zwar ist das Konzertprogramm noch nicht abgesagt, aber nach aktuellem Stand ist zu erwarten, dass bis dahin eine „Normalität“ noch nicht wiedergekehrt ist. „Wenn wir dürfen, dann können wir innerhalb von 24 Stunden ein Konzert auf die Beine stellen. Wir gehen aber davon aus, dass die Reihe nicht stattfinden wird“, sagt Sönke Wolf, Organisationswart des HGV Dagebüll. 

Auch Nils Richardsen (Peter´s Pub) traf die Corona-Pandemie kurz vor einem großen Ereignis: Gerade sollte das neben dem Pub gelegene „Peter´s Bistro“ eröffnet werden, als der „Lock Down“ kam. Doch mit den Lockerungen der Corona-Bestimmungen, die seit Beginn dieser Woche gelten, wird das wirtschaftliche und soziale Leben wieder ein Stück weit „hochgefahren“. Richardsen ist froh, dass er nun wieder Gäste empfangen kann und diese das neue stilvoll eingerichtete Bistro - mit einer Wand aus echtem Moos und geschmückt durch Portraits von Menschen, die Dagebüll, Nordfriesland und die Welt prägten – begutachten und dort essen können. Allerdings gelten strenge Auflagen: In den Lokalitäten muss ein Abstand von 1,50 Meter eingehalten werden. Es dürfen keine Gruppen von Personen zusammensitzen, die zu mehr als zwei Haushalten gehören. Somit ist auch ein Herumgehen von Tisch zu Tisch untersagt. Aufgrund dieser Sicherheitsvorkehrungen darf sich nur ein Bruchteil der sonst üblichen Gästezahl in den Räumlichkeiten befinden (in Peter´s Pub nur 34 Personen statt rund 100). Deshalb ist es ratsam, vor dem geplanten Besuch von einem der gastronomischen Betriebe in Dagebüll einen Tisch zu reservieren.

Harald Boysen (Maler- und Lackierermeister) ist froh, dass die Vermietung wieder anläuft. „Von heute auf morgen war hier richtig was los. Die B5 war bis nach Risum-Lindholm blockiert“, berichtet Boysen. „Endlich dürfen wir wieder arbeiten“, sagt ein glücklicher Bernhard Semrau, der am Montag eine gute Auslastung seines Restaurants „Fish Maxx“ erlebte. „Wir brauchen den Austausch mit unseren Gästen.“ Ebenso gut gelaunt zeigte sich Bernd Jannsen (Inhaber des Strandhotel Dagebüll): „Heute geht es endlich wieder los“, sagt er voller Aufbruchstimmung. „Der Alltag kommt wieder zurück und wir können jetzt positiv in die Zukunft schauen.“ Genauso wie Jannsen kann sich auch Andreas Ketelsen (Hotel Neuwarft) an diesem Tag über eine hohe Auslastung freuen. Aber Ketelsen beschreibt die gegenwärtige Situation auch als sehr anstrengend: „Nicht jeder Gast hält sich an die Maskenpflicht und die Abstandsregeln.“ Immer wieder müssten Gäste daran erinnert werden. Deshalb ist es im Sinne eines harmonischen Miteinanders wichtig, dass jeder Gast eines gastronomischen Betriebs, Hotels oder eines Ladengeschäfts die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen erfüllt. Die Betriebe können eine hohe Geldbuße auferlegt bekommen, wenn in ihren Räumlichkeiten die Auflagen nicht erfüllt werden.

Am Montag gab Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen bekannt, dass für die nordfriesischen Inseln und Halligen (außer Nordstrand, Südfall und Hamburger Hallig) sowie für St. Peter-Ording vom 21. bis 24. Mai und vom 30. Mai bis 1. Juni ein Betretungsverbot für Tagesgäste verhängt wird. Dies gilt allerdings nicht für Bewohner und Zweitwohnungsbesitzer in Nordfriesland.


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