Landesbesten-Ehrung der IHK

Die Top-Azubis aus Schleswig-Holstein

Foto: IHK/Fabian Frühling

Büdelsdorf (mm) - Süßwarentechnologin, Bankkaufmann, Floristin, Kaufmann im E-Commerce, Tierpflegerin und viele Berufe mehr: Die IHKs zu Flensburg, zu Kiel und zu Lübeck haben am Donnerstag, 3. November, aus landesweit 8.839 Absolventinnen und Absolventen die Top-Azubis 2022 geehrt. „Den Landesbesten gehört unser größter Respekt für diese Spitzenleistungen. Sie haben die Weichen für ihre Zukunft gestellt und glänzende Berufsaussichten. Außergewöhnliche Erfolge müssen in einem außergewöhnlichen Rahmen gefeiert werden“, sagte Knud Hansen, Vizepräsident der IHK Schleswig-Holstein, bei der Landesbestenehrung in der ACO Thormanhalle in Büdelsdorf. 79 von 93 waren gekommen, um ihre Urkunden und Glaspokale von Ministerpräsident Daniel Günther und den IHK-Spitzen entgegenzunehmen. Zu Gast waren nicht nur die Top-Azubis mit ihren Angehörigen. Auch Vertreter der Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen, Landtagsabgeordnete und Vertreter zahlreicher Institutionen feierten mit.

Ministerpräsident Daniel Günther gratulierte den Jahrgangsbesten: „Meinen ganz herzlichen Glückwunsch zu Ihren erstklassigen Abschlüssen. Sie gehören nun zu den ohnehin stark begehrten Fachkräften und haben sich zusätzlich durch Ihr überdurchschnittliches Engagement alle Türen geöffnet. Ihr Wissen, Ihre Erfahrungen, Ihr Einsatz sind ein Gewinn für die Wirtschaft und die Gesellschaft gleichermaßen. Mein Wunsch ist natürlich, dass Sie unserem Land, möglicherweise ja auch langfristig Ihren Ausbildungsbetrieben erhalten bleiben. Der Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein hat viel zu bieten und gerät bundesweit immer stärker in den Fokus – ich hoffe, der echte Norden ist auch für Sie dauerhaft erste Adresse. Gleichermaßen gehen mein Glückwunsch und mein ausdrücklicher Dank auch an Ihre Ausbilderinnen und Ausbilder, an die Unternehmen, die Ihnen diesen Weg ermöglicht haben. Durch Ihre Bereitschaft, Menschen den Start in ihre berufliche Zukunft zu ermöglichen, sind Sie ein ganz wichtiger Baustein im so wichtigen Einsatz gegen den Fachkräftemangel.“

Neben den Sorgen um steigende Energiepreise ist der Fachkräftemangel das existenzielle Risiko für Unternehmen in Schleswig-Holstein. „Nur mit gut ausgebildeten Fachkräften lassen sich die großen Herausforderungen dieser Zeit lösen – vom Klimawandel über die Energie-Krise bis hin zum demografischen Wandel“, betonte Hansen. Zwar sind im Ausbildungsjahr 2022 mehr Ausbildungsverträge zustande gekommen als im Vorjahr. Dennoch liegen die Zahlen um rund 12,5 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2019. Zu den Gründen zählt die fehlende berufliche Orientierung wegen der Einschränkungen der Corona-Pandemie in den Schulen. Hansen: „Wir halten die Unterstützung aller Schülerinnen und Schüler bei der gezielten Praktikums- und Berufswahl für dringend geboten, auch mit einem verbindlichen Stärkenparcours. Denn erst durch Berufsorientierung erhalten junge Menschen ein Gefühl für die Vielfalt der Berufe, eigene Vorlieben und den Stellenwert des Dualen Systems. Die Wirtschaft stellt die entsprechenden Praktikumsplätze zur Verfügung, das haben die Unternehmen im Jahr 2022 bei der landeweiten Praktikumswoche bewiesen.“

Dass die Landesregierung im Koalitionsvertrag die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung hervorhebt, begrüße die IHK ausdrücklich. Dieser Schritt sei auch notwendig, „denn wir wissen, dass sich der Fachkräftemangel weiter beschleunigen wird und der Wirtschaft schon heute vor allem Beschäftigte auf Fachkräfteniveau fehlen“, so Hansen weiter. Mit ihren Chancen zur beruflichen Weiterbildung sei eine Duale Ausbildung eine vielversprechende Alternative zum Studium. Erst mit etwa 60 Jahren erreichten Hochschulabsolventen kumuliert dasselbe Einkommen wie Personen mit einer Ausbildung und anschließender qualifizierter Weiterbildung.

Hansen: „Natürlich kann immer alles noch besser werden. In Summe wissen die drei IHKs in Schleswig-Holstein die Landesregierung und die zuständigen Ministerien bei der Fachkräftegewinnung jedoch an ihrer Seite.“ Als ein Ziel haben die an der Ausbildung beteiligten Akteure unter dem Dach des Schleswig-Holsteinischen Instituts für Berufliche Bildung (SHIBB) die Steigerung der Attraktivität der Ausbildung ausgemacht – auch in der Fläche. Denn nur durch die kontinuierliche und praxisnahe Ausbildung sei sichergestellt, dass sich die Wirtschaft positiv entwickelt, Innovationen hervorbringt, Wertschöpfung schafft und Beschäftigung sichert. Hansen: „Und als Unternehmer kann ich allen Landesbesten sagen: Auf hervorragend ausgebildete Fachkräfte wie Sie warten unsere Betriebe in Schleswig-Holstein sehnsüchtig. Nutzen Sie Ihren hohen Marktwert, sammeln Sie weiter Erfahrungen, nehmen Sie alle Chancen der beruflichen Weiterbildung und die staatliche Förderung für Weiterbildung von bis zu 15.000 Euro in Anspruch. Werden Sie selbst Ausbilderin oder Ausbilder oder machen Sie sich selbstständig. Eines steht fest: Nach der Ausbildung ist für Sie noch lange nicht Schluss!”


Über die Landesbestenehrung

Jährlich ermitteln die schleswig-holsteinischen IHKs auf Basis der Abschlussnoten die besten Auszubildenden der Winter- und der Sommerprüfung in ihrem Bezirk. Mindestens 87 Punkte sind zu erbringen, um Bester oder Beste im jeweiligen IHK-Bezirk zu werden. Landesbeste oder Landesbester wird, wer im Ausbildungsberuf aus beiden Prüfungszeiträumen die landesweit höchste Punktzahl erreicht. Im nächsten Schritt werden die bundesweit Besten mit der höchsten Punktzahl ermittelt – aus fast 300.000 Prüfungsteilnehmenden in Deutschland

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