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Ratsherr Christoph Meißner. Foto: Philippsen

Meißner kehrt der CDU-Fraktion den Rücken

Paukenschlag kurz vor der Kommunalwahl: Ratsherr Christoph Meißner, der seit 12 Jahren für die CDU in der Ratsversammlung sitzt, kehrt seiner Fraktion den Rücken.

Flensburg (lip) –  »Ich habe mich entschlossen nach der Wahl nicht mehr weiter zu machen, weil ich mich in der Fraktion nicht mehr richtig aufgehoben fühlen und keinen Rückhalt mehr spüre«, sagt der 52-Jährige. Allerdings wird
Meißner spricht von erheblichen »Kommunikationsproblemen«.  Etliche Vorfälle in den vergangenen Wochen und Monaten, hätten ihn mehr und mehr zweifeln lassen.
So habe er sich im Rahmen des Sanierungsgebietes Bahnhofsviertel um eine Lösung für den dort ansässigen VfB Nordmark bemüht, während es in der Fraktion offenbar die Tendenz gebe, dem Verwaltungsvorschlag zu folgen und den Verein seinem Schicksal zu überlassen. Kritik übt Meißner auch am Kurs seiner Partei bei der Verabschiedung der Flensburg-Strategie. Diese sei viel zu einseitig auf das deutsch-dänische Miteinander ausgerichtet, findet Meißner. »Dabei wohnen hier in Flensburg Migranten aus 130 Nationen, von denen viele mittlerweile eingebürgert sind. Das sollte Flensburg auch in seiner Strategie deutlich machen«, so der Ratsherr.
Das Fass zum Überlaufen brachte für Meißner, der auch jugend- und sozialpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion ist, dann die letzte Ratsversammlung, in der es  um die Bedarfsplanung zur Kindertagesbetreuung. So habe er alternativ zur Verwaltungsvorlage einen Vorschlag für eine stadtteilbezogene Kita-Bedarfsplanung erarbeitet, weshalb sich die Fraktion bei der Abstimmung im Rat eigentlich enthalten wollte. »Plötzlich hieß es dann, wir stimmen zu«, berichtet Meißner, der damit seine Autorität untergraben sah.
Sein Mandat kann der Noch-Ratsherr allerdings erst nach der Wahl am 26. Mai zurückgeben. Für einen Rückzug vom Wahlzettel, wo er als CDU-Direktkandidat in Tarup und auf Listenplatz 6 steht, war es schon zu spät.

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