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Mahnungen trotz Zahlung!
Flensburg (lip) – Ein Mahnbescheid jagt den Nächsten, dabei hat Volker Schütz immer brav per monatlichem Dauerauftrag gezahlt. »Ich weiß nicht, was ich noch machen soll«, verzweifelt der Flensburger an der Bürokratie der Arbeitsagentur.
Alles begann mit einer Firmenkontrolle bei seinem vorherigen Arbeitgeber, einem Flensburger Taxiunternehmen. »Weil ich noch Unterhalt für meine zwei Kinder zahlen musste, bin ich damals schwarz Taxi gefahren«, räumt Volker Schütz ein. So kassierte er zu Unrecht Arbeitslosengeld und es gab ein Urteil, dass er der Arbeitsagentur 3285 Euro zurückzahlen muss. »Das sehe ich auch ein«, sagt Schütz.
Was er nicht einsieht ist die Tatsache, dass seine Zahlungen offenbar nicht korrekt verbucht werden. So hat er bei seiner Bank extra seit 2009 einen Dauerauftrag eingerichtet, um den Betrag monatlich abzustottern. Wie der Kontoauzszug beweist, wurden die Beträge auch regelmäßig abgebucht. Trotzdem schickte ihm die Agentur für Arbeit im Februar plötzlich eine Mahnung von der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen, Inkassoabteilung: »Eine Einzahlung kann zur Zeit nicht festgestellt werden«. »Auf dem Schreiben war nicht einmal ein Ansprechpartner genannt«, empört sich Schütz. So blieb ihm nichts anderes übrig, als die (kostenpflichtige!) Hotline der Arbeitsagentur anzurufen. So erfuhr er schließlich, dass wohl eine »Softwareumstelllung« für den Fehler verantwortlich sei. »Wenn die Arbeitsagentur die Software umstellt, sollte das aber nicht zu meinen Lasten gehen«, findet Volker Schütz.
Zumal die Probleme damit nicht behoben waren. Denn längst ist dem Elektrotechniker das nächste Mahnschreiben ins Haus geflattert, weil er angeblich die fällige Rate nicht bezahlt hat. »Ich frage mich, wo das Geld gelandet ist. Wollen die damit ihre Weihnachtsfeier finanzieren?«, ist die Geduld bei Volker Schütz langsam zu Ende. »Ich habe keine Lust auf einen Papierkrieg mit dem Arbeitsamt!«
Der Flensburger darf zumindest guter Hoffnung sein, dass es nicht dazu kommt. Denn inzwischen hat sich die Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Agentur für Arbeit bei ihm für die unbegründeten Mahnungen entschuldigt. »Wir bedauern die Unnanehmlichkeiten und arbeiten daran, die letzten Kinderkrankheiten des neues Finanzsystems zu beheben«, erklärte Pressesprecherin Silke Jahn von der Flensburger Arbeitsagentur auf Nachfrage.
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