Urteil im Mordprozess von Amrum

Lebenslange Haftstrafe

Flensburg/Amrum (mm) - Der Mord an einem jungen irakischen Flüchtling (27) auf Amrum erschütterte im vergangenen Herbst ganz Deutschland. Die Große Jugendkammer des Landgerichts Flensburg hat die Angeklagten nun wegen Mordes (Mordmerkmal: Heimtücke) an Ceetin K. verurteilt. Gegen den älteren Angeklagten ist lebenslange Freiheitsstrafe, gegen den jüngeren Angeklagten eine Jugendstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten verhängt worden.

Die Kammer sei davon überzeugt, der jüngere Angeklagte H. habe dem Geschädigten nach einem zuvor verabredeten Zeichen des Angeklagten A. mehrfach mit einer Flasche in das Gesicht geschlagen. Sodann hätten beide den am Boden liegenden Geschädigten geschlagen, getreten und schließlich mit einem Messer abwechselnd tödliche Schnitt- und Stichverletzungen beigebracht, heißt es in einer Presseerklärung des Landgerichtes.

Die Angeklagten hätten den Geschädigten unter einem Vorwand von dessen Wohnung abgeholt. Sie seien davon ausgegangen, dass der Geschädigte die Schwester des Angeklagten H – zum Tatzeitpunkt Lebensgefährtin des Angeklagten A. – in der Vergangenheit vergewaltigt gehabt hätte. Ob diese Annahme zutraf, bedurfte keiner Aufklärung.

Die Kammer hat zugunsten der Angeklagten unterstellt, dass sie tatsächlich hiervon überzeugt gewesen sind. Die Verteidiger der Angeklagten hatten in ihren Plädoyers ausgeschlossen, dass eine Vergewaltigung tatsächlich stattgefunden hatte. Die Kammer hat das Mordmerkmal der Heimtücke als gegeben angesehen, da die Angeklagten sich in freundschaftlicher Atmosphäre mit dem Geschädigten unterhalten hätten und ihn letztlich unvermittelt in einer Situation angegriffen hätten, in der er sich
keines Angriffs versehen habe.

Für den jüngeren Angeklagten war auf Grund seines Alters und seiner Persönlichkeitsentwicklung das Jugendstrafrecht anzuwenden. Das Höchstmaß der dort vorgesehenen Jugendstrafe beträgt bei den hier gegebenen Umständen zehn Jahre. Hinsichtlich der Diebstahlstaten, die ebenfalls Gegenstand der Anklage waren, hat die Kammer das Verfahren vorläufig eingestellt (§ 154 Abs. 2 Strafprozessordnung). Neben dem Tötungsdelikt wären diese Taten nicht mehr nennenswert ins Gewicht gefallen.

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