Schaut hin! Gewalt kommt nicht in die Tüte!

08.11.2018

Bäckereien starten Aktion gegen häusliche Gewalt

Kiel (mm) - Eröffnung der landesweiten Aktion ‚Gewalt kommt nicht in die Tüte‘ mit Frau Dr. Sabine Sütterlin-Waack, Ministerin für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein. Die meisten Gewalttaten werden nicht in der Öffentlichkeit, sondern zuhause in der Familie verübt - fast immer sind die Opfer Frauen und Kinder.

Zum 15. Mal macht die gemeinsame Aktion des Ministeriums für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein, des Landesinnungsverbandes des Bäckerhandwerks Schleswig-Holstein und der Gleichstellungsbeauftragten und lokalen Bündnisse gegen häusliche Gewalt auf diese Situation aufmerksam. Knapp 320.000 Brötchentüten mit dem Aufdruck „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ werden landesweit in der Aktionswoche in der Woche vor dem 25. November, dem internationalen Tag Nein zu Gewalt an Frauen, von rund 50 Bäckereien verteilt.

Schirmfrau und Gleichstellungsministerin Sabine Sütterlin-Waack erklärte zum Auftakt der Aktion:
„Ich freue mich sehr darüber, dass ich auch in diesem Jahr diese wichtige Aktion eröffnen darf. Über 3000 Fälle von häuslicher Gewalt und über 500 Fälle von häuslicher Gewalt mit Wegweisung allein in 2017 sind uns Warnzeichen und Auftrag zugleich. Bereits zum 15. Mal macht „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ auf Gewalt in Partnerschaften aufmerksam. Diese Aktion fordert in unauf-dringlicher Weise das soziale Umfeld auf, Gewalt nicht zu ignorieren, sondern Betroffenen den Weg zu den Hilfen zu erleichtern. Das Verhalten und die Unterstützung des sozialen Umfeldes sind entscheidend dafür, ob eine Frau es schafft, sich aus einer Gewaltsituation zu lösen. Es gilt für uns alle, hinzuschauen und wo nötig zu helfen. Mein großer Dank gilt deshalb auch den Gleich-stellungsbeauftragten, den Bäckereien und den lokalen Bündnissen gegen häusliche Gewalt im ganzen Land. Sie tragen mit ihrem großen Engagement dazu bei, dass diese Aktionswochen, spe-ziell die Brötchentütenaktion, das Thema Partnerschaftsgewalt immer wieder ins öffentliche Be-wusstsein rufen.“

Die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Rellingen (landesweite Koordinatorin der Aktion) Dorathea Beckmann, stellt die Besonderheit der Aktion in den Vordergrund: mit einem starken DER LANDESINNUNGSVERBAND DES BÄCKERHANDWERKS SCHLESWIG-HOLSTEIN DIE GLEICHSTELLUNGSBEAUFTRAGTEN,DIE LOKALEN BÜNDNISSE „GEWALT GEGEN FRAUEN“, DAS KOOPERATIONS- UND INTERVENTIONSKONZEPT BEI HÄUSLICHER GEWALT DES LANDES SCHLESWIG-HOLSTEIN

Partner der Zivilgesellschaft – dem Landesinnungsverband – ist es uns gelungen, das Thema weiten Kreise der Bevölkerung nahe zu bringen.

Den beteiligten Bäckereien im Land gilt unser Dank. Ihr Engagement ist dabei nach wie vor An-sporn und Motivation für die vielen lokalen Bündnisse, die sich in den Kommunen und Kreisen in SH in den vergangenen Jahren auch durch die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ entwickelt haben. Die ganze Aktion ist mittlerweile unverzichtbar, um auf die Situation von Frauen, die häusli-che Gewalt erlitten haben, aufmerksam zu machen und die vielfältigen Beratungsangebote der Öf-fentlichkeit bekannt zu machen. Die vielfältigen, unterschiedlichen Veranstaltungen, die die Aktion begleiten, erreichen zusätzlich zu den verteilten Brötchentüten einen großen Personenkreis.

Landesinnungsmeisterin des Bäckerhandwerks Maren Andresen: „Häusliche Gewalt gegen Frauen ist kein Tabuthema mehr. Seit Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes 2002 ist sie als Straftat de-finiert und wird von der Polizei und den Gerichten als solche verfolgt. Dennoch sind die eigenen vier Wände für viele kein Ort der Geborgenheit und Sicherheit, sondern der Ort, an dem sie Demü-tigung und lebensgefährliche Bedrohung erleben. Hiervor können wir nicht die Augen verschlie-ßen, sondern müssen immer wieder aufmerksam machen und Hilfestellung für Betroffene leisten. 320.000 Mal sagen wir NEIN zur Gewalt und wünschen uns, dass wir auch in diesem Jahr wieder Betroffenen den ersten wichtigen Schritt zur Selbsthilfe erleichtern können.

Im Jahr 2017 gab es in Schleswig-Holstein 3.032 polizeiliche Einsätze bei häuslicher Gewalt, bei denen 540 Täter der gemeinsamen Wohnung verwiesen wurden. Insgesamt wurden im Jahr 2017 nach Angaben der Frauenhäuser 1.567 Frauen und 1.782 Kinder in schleswig-holsteinischen Frauenhäusern aufgenommen. In Schleswig-Holstein können 23 vom Land geförderte Frauenbera-tungsstellen von Frauen kontaktiert werden, die Hilfe, gerade auch in Bezug auf häusliche und se-xualisierte Gewalt benötigen. Die Hilfeangebote bei häuslicher Gewalt und weitere Informationen zum Thema sind auch in der Broschüre „Nur Mut- Handlungsmöglichkeiten in Gewaltbeziehungen“ zusammengestellt. Die Broschüre steht im Internet unter www.schleswig-holstein.de zum Herunterladen bereit. Die Broschüre steht dort in deutscher, türkischer, russischer, englischer, französischer und arabischer Sprache zur Verfügung.

 

Verantwortlich für diesen Pressetext: Landesinnungsverband des Bäckerhandwerks Schleswig-Holstein

          Ihnen hat der Artikel gefallen? Dann geben Sie uns gerne ein "Daumenhoch" oder folgen Sie uns auf Facebook,
          um keinen Beitrag aus Ihrer Region zu verpassen.

  • Trauerbegleiter

    Trauerbegleiter 2018 45

  • Die Besten

    Die Besten 2018 41

  • Bauen Wohnen-KTV

    Bauen Wohnen-KTV 2018 40

  • 30 Jahre MM Schleswig

    30 Jahre MM Schleswig 2018 39

  • 360 Grad

    360 Grad 2018 36

  • Moin Quadrat

    Moin Quadrat 2018 36

  • Berufswahl Extra

    Berufswahl Extra 2018 34

  • MoinMoin Urlauber

    MoinMoin Urlauber 2018 18