Prozess um Steinwürfe auf der A7/ B200

Nur aus Freundschaft mitgemacht?

Flensburg (mm) - Ingesamt elf Mal flogen zwischen Februar und Mai dieses Jahres Steine von Brücken in Flensburg und Umgebung auf die A7 und die B200. Eine Autofahrerin wurde dabei schwer verletzt,  acht Autos, zwei Lastwagen und ein Bus getroffen. Zwei 19-Jährige sind wegen versuchten Mordes vor dem Flensburger Landgericht angeklagt. Über den Fortgang des Verfahrens informierte das Landgericht in einer Presseerklärung:

Die im letzten Termin begonnene Einlassung und Befragung des Angeklagten L. ist am Mittwoch nicht fortgesetzt worden. Er hat sich nicht weiter zur Sache geäußert, dies aber für den 13. Dezember in Aussicht gestellt. Die Kammer hat die Verhandlung daher fortgesetzt mit der Einlassung des Angeklagten B. Er hat ebenfalls umfangreiche Angaben zur Sache gemacht und ist bei seinen Schilderungen auf jede vorgeworfene Tat im Einzelnen eingegangen. Auf Erinnerungslücken hat er sich nicht berufen. Bezüglich aller vorgeworfenen Taten hat er eingeräumt, dass Steinwürfe stattgefunden hätten.

Zu den Tatvorwürfen vom 08. Mai 2018 hat er sich im Detail wie folgt geäußert: Zunächst hätten sie sich zur Autobahnbrücke Oeversee, Ortsteil Barderup begeben. Dort habe er selbst, der Angeklagte B., sich in Fahrtrichtung der darunter durchfahrenden Fahrzeuge auf die Brücke gestellt. Das Herannahen eines Fahrzeugs habe er über den sich auf der Fahrbahn abzeichnenden Lichtkegel erkennen können. Einen etwa tennisballgroßen Stein habe er dann absichtlich so geworfen, dass nach seiner Vorstellung ein Auto nicht habe getroffen werden können. Den Stein habe er dabei gezielt in die Ferne und zwar so geworfen, dass er nur im Bereich des Stand- und des danebenliegenden Grünstreifens auftreffen konnte. Ein Fahrzeug sei dann auch tatsächlich, entsprechend seiner vorherigen Vorstellung, nicht beschädigt worden.

Anschließend habe der Angeklagte L. zunächst zwei Feldsteine und danach einen fußballgroßen Stein von der Brücke herabgeworfen. Autos seien durch diese Steine ebenfalls nicht getroffen worden. Er – der Angeklagte B. – habe in diesen Momenten abseits, in der Nähe ihres PKWs, gehockt.Schließlich hätten die Angeklagten in Handewitt einen dorthin verbrachten größeren Feldstein aus dem Kofferraum ihres Autos ausgeladen. Diesen Stein hätten sie abwechselnd zur Autobahnbrücke getragen. L. habe den Stein auf das Brückengeländer gehoben, er – B. – habe sich entfernt. Sich umblickend habe er gesehen, wie L. den Stein vom Geländer auf die Fahrbahn der Autobahn herabgestoßen habe. Er sei davon ausgegangen, dass L. den Stein lediglich auf die Fahrbahn, nicht auf ein Fahrzeug fallen
lassen würde.


Auf Frage hat er eingeräumt, sich in Anbetracht der vorangegangenen Taten bei L. nicht darüber versichert zu haben, dass jener den Stein nur auf die Fahrbahn, nicht auf ein Auto, werfen würde.

Zu seiner Motivation befragt hat B. angegeben, der Impuls zu den Taten sei von L. ausgegangen. Er habe aus Sorge darum mitgemacht, womöglich einen Freund zu verlieren. Das Werfen der Steine habe in ihm nichts ausgelöst. Gemutmaßt hat er, dass L. womöglich einen „Kick“ gesucht habe. Auf der Fahrt zur letzten der angeklagten Taten habe er – B. – gesagt, dass dies das letzte Mal sein sollte. Er würde danach „raus sein“.


Für den heutigen Verhandlungstermin ist die Vernehmung von Zeugen zum Ablauf der polizeilichen Beschuldigtenvernehmungen der Angeklagten geplant.

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