Masterplan Mobilität: IHK warnt vor Restriktionen

14.06.2018

Innenstadt muss erreichbar bleiben

Flensburg (mm) - Obwohl die Stadt Flensburg eine Sanktionierung des Pkw-Verkehrs gegenüber der IHK stets ausgeschlossen hatte, sehen die Maßnahmenvorschläge aus dem Endbericht zum Master-plan Mobilität eine starke Reglementierung des Autoverkehrs vor.

Die IHK warnt ausdrücklich vor einer aktiven Verdrängungspolitik aus dem Innenstadtbereich. „Da die optimale Erreichbarkeit für Kunden nicht mehr gewährleistet wäre, hätte dies erhebliche Konsequenzen für die Geschäfte im Stadtzentrum“, so Ulf von Finthel, Filialleiter von Peek & Cloppenburg und Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses.

Dies widerspräche auch dem Trend, dass die Zentren wieder vermehrt als Einkaufsziele frequentiert werden. Deswegen lehnt die IHK die nun im Masterplan angeregte Reduktion der citynahen Parkplätze ebenso wie die Einführung einer innenstadtweiten Tempo-40-Zone strikt ab. Von Finthel weiter: „Insgesamt würde die Innenstadt für den Kunden stark an Attraktivität verlieren. Davon abgesehen führen erzwungene Fahrtzeitverlängerungen bei Transport und Anfahrt von Gewerbe und Handel auch zu deutlich höheren Kosten. Dadurch wird der Verkehr aber weder verlagert, noch wird die Luftqualität erhöht.“ IHK-Vizepräsident Helmut Ermer ist überzeugt: „Flensburg als Oberzentrum für die Region und als Einkaufsziel für Skandinavier muss alles tun, um die Erreichbarkeit der Innenstadt attraktiv zu machen. Wir brauchen die Besucher von außerhalb, um Kaufkraft und Arbeitsplätze sowie den Handel in der Innenstadt zu erhalten.“

Kritisch betrachtet die IHK auch die geplanten Maßnahmen an der Schiffbrücke. In Gesprächen mit der Stadtverwaltung und Kommunalpolitik hatte die IHK wiederholt eine tragfähige Lösung vorgeschlagen: Bevor die an der Schiffbrücke liegenden Parkplätze geschlossen werden, ist in unmittelbarer Nähe eine Alternative zu schaffen. Ein Parkhaus am Nordertor würde die Erreichbarkeit der gastronomischen und touristischen Angebote sicherstellen und das Areal städtebaulich aufwerten. Die Einrichtung einer Begegnungszone im Bereich Norderhofenden-Schiffbrücke lehnt die IHK kategorisch ab, da der fließende Verkehr auf diesem Abschnitt in beiden Richtungen durch die Ampelsituation und Abbiegespuren ohne-hin stark eingeschränkt wird. Ein Shared-Space würde zu weiteren Verzögerungen führen, ohne dass dabei die Aufenthaltsqualität wächst.

Völlig unverständlich ist nach Auffassung der IHK, dass der jetzt vorgelegte Endbericht zum Masterplan Mobilität erneut den so genannten „Umweltstreifen“ in Kielseng enthält, obwohl der Planungsausschuss diese Maßnahme im April dieses Jahres bis auf weiteres verworfen hatte.
Um die Belastungen auf den innerstädtischen Straßen zukünftig zu reduzieren, wäre eine bessere Verknüpfung der Verkehrsangebote geeigneter. Die Idee zum Bau multimodaler Mobilitätsstationen sowie zur Einrichtung dezentraler Park&Ride- beziehungsweise Park&Go-Anlagen in Kombination mit einem stadtweiten digitalen Parkleitsystem wird daher begrüßt. Dazu Ermer: „Damit wird Autofahrern frühzeitig die Möglichkeit geboten, freiwillig auf einen anderen Verkehrsträger zu wechseln“.

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