Erstes Niederdeutsch-Lehrbuch für die dritte und vierte Klasse vorgestellt

Ein halbes Jahr mit Paul und Emma

 

Nis Jakob Sönnichsen und Josefine Paula Marx von der Georg-Asmussen-Schule finden Plattdüütsch cool. Fotos: Kathrin Fischer

Die Paul-un-Emma-Redaktion: Karen Ehlers, Landesfachberaterin für Niederdeutsch, Robert langhanke, Abteilung für Niederdeutsche Sprache und Literatur und ihre Didaktik der EUF, Marianne Ehlers, Schleswig-Holsteinischer Heimatbund.

Flensburg (mm) - Seit einem halben Jahr ist das Niederdeutsch-Lehrbuch „Paul un Emma un ehr Frünnen“ (Quickborn Verlag Hamburg) für die Klassenstufen drei und vier im Einsatz. Es ist das erste umfassende Niederdeutsch-Lehrbuch für fortgeschrittene Grundschülerinnen und Grundschüler, das sich konsequent an den Zielsetzungen einer modernen Fremdsprachendidaktik orientiert. Der Band ist aus einem Schulbuchprojekt an der Abteilung für Niederdeutsche Sprache und Literatur und ihre Didaktik an der Europa-Universität Flensburg (EUF) hervorgegangen und wurde von dem für Wissenschaft zuständigen Ministerium des Landes Schleswig-Holstein und der EUF mit insgesamt 40.000 Euro gefördert. Es ist eine Fortsetzung des Niederdeutsch-Lehrbuches für die erste und zweite Klasse: „Paul un Emma snackt plattdüütsch“.

Der Minderheitenbeauftragte der Landesregierung, Johannes Callsen, bedankte sich beim Autorenteam des neuen Niederdeutsch-Lehrbuches und unterstrich, wie wichtig es sei, Schülerinnen und Schüler schon früh an die niederdeutsche Sprache heranzuführen: „‘Paul un Emma un ehr Frünnen‘ ist mehr als ein Lehrbuch – es ist für Kinder ein Schlüssel zu unserer Heimatsprache. Es ist wichtig, dass Kinder ein Gefühl für das Niederdeutsche bekommen, neugierig werden und merken, dass Plattdeutsch bei uns dazugehört: Deshalb wird die Landesregierung den Handlungsplan Sprachenpolitik für unsere Regional- und Minderheitensprachen weiterentwickeln.“

Hans Stäcker von der Schulaufsicht im schleswig-holsteinischen Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, ergänzte: „Das neue Schulbuch schafft eine gute Materialgrundlage für alle Niederdeutschlerngruppen in den schleswig-holsteinischen Grundschulen und kann vielseitig eingesetzt werden.“

Unter der Leitung von Robert Langhanke hat eine achtköpfige Arbeitsgruppe, der Plattdeutschexpertinnen und -experten aus verschiedenen Bildungsinstitutionen in Schleswig-Holstein angehörten, das Buch über einen Zeitraum von zwei Jahren erarbeitet. Marianne Ehlers vom Schleswig-Holsteinischen Heimatbund und Karen Nehlsen, Landesfachberaterin für Niederdeutsch in Schleswig-Holstein, bildeten zusammen mit Langhanke das Redaktionsteam. Zahlreiche Ideen und Texte wurden zu 16 Lektionen zusammengeführt, in denen Paul und Emma durch ihr alltägliches Leben begleitet werden. Sie stellen ihre Familien und deren Alltag vor, gestalten Projekte in der Schule, feiern Feste und machen Ausflüge.

Auf diese Weise konnte auf 176 Seiten ein umfangreiches Text- und Aufgabenmaterial vorgelegt werden. Alle Lektionen verfügen über einen ähnlichen Aufbau und wurden mit reichhaltigen Illustrationen von Nicola Ashtarany ausgestattet. Dialoge, Aufgaben, Erzähltexte, Projektideen und Lieder gestalten das Niederdeutsche als Sprache der Alltagswelt vielfältig und zeigen seine Anwendbarkeit in der heutigen Lebenswelt. „Die konsequente Gestaltung einer niederdeutschsprachigen Umwelt ist der Ansatz des Lehrbuches und ermöglicht viele kreative Ideen“, hob Robert Langhanke von der Europa- Universität Flensburg hervor. „Die 37 niederdeutschen Modellschulen haben auf dieses Lehrbuch gewartet“, ergänzte Karen Nehlsen. „Das ‚Paul un Emma‘-Buch ist nicht allein in Schleswig-Holstein, sondern auch in anderen norddeutschen Bundesländern einsetzbar“, betonte Marianne Ehlers. Eventuell notwendige sprachliche Anpassungen lassen sich auf der Grundlage des Lehrbuches leicht vornehmen.

Paul und Emma seien den Schülerinnen und Schülern ans Herz gewachsen, sagte Doris Nebbe, stellvertretende Schulleiterin der Georg-Asmussen-Schule in Gelting: „Die Schülerinnen und Schüler arbeiten gern mit Paul und Emma. Die Themenauswahl ist eng mit der eigenen Lebenswelt der Kinder verbunden. So erleben sie, dass die niederdeutsche Sprache zu uns gehört."

Lehramtsstudierenden an der EUF wird das Paul-un-Emma-Konzept bereits im Studium vertraut. Das Lehrbuchprojekt soll auch für die Sekundarstufe eine Fortsetzung finden. Der Präsident der EUF, Prof. Dr. Werner Reinhart, freut sich über das gelungene Projekt: „Die enge Verzahnung von Fachwissenschaften und Fachdidaktik ist in den lehramtsbildenden Studiengängen der EUF eine Besonderheit. Eine weitere besteht darin, dass die Universität mitten in einer mehrsprachigen Region liegt. Das Schulbuch ‚Paul und Emma un ehr Frünnen‘ verbindet diese beiden Stärken der EUF auf vorbildliche Weise.“

Das Buch:
Paul un Emma un ehr Frünnen. Hrsg. v. der Abteilung für Niederdeutsche Sprache und Literatur und ihre Didaktik der Europa-Universität Flensburg. Text und Redaktion: Marianne Ehlers, Robert Langhanke und Karen Nehlsen. Unter Mitarbeit von Ernst-Günther Blunck- Brandtner, Thorsten Börnsen, Oliver Eumann, Ingwer Oldsen und Dörte Voß. Illustriert von Nicola Ashtarany. Hamburg 2018: Quickborn-Verlag. ISBN 978-3-87651-499-9.

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