"Einmal am Tag das Meer sehen"

Neue Stationsleiterin der Schutzstation Wattenmeer

Foto: Christof Goetze, Schutzstation Wattenmeer

St. Peter-Ording (pa) - „Schaut mal. Der Seehase hat sich prima eingewöhnt“, freut sich Katharina Stephan über das knuffige blaue Tier, das sich an einer Aquarienscheibe im Nationalparkhaus St.Peter-Ording festgesaugt hat. Die Biologin ist gerade dabei, mit ihrem Freiwilligenteam die Ausstellung der Schutzstation Wattenmeer in der Dünentherme auf die neue Saison vorzubereiten. Seit September 2018 für die Naturschutzvereinigung tätig, hat sie zum Jahresbeginn 2019 die Stationsleitung von Sabine Gettner übernommen, die weiterhin für den Naturschutz zuständig ist.

An der Nordsee in Bremerhaven aufgewachsen, studierte Stephan Biodiversität, Ökologie und Evolution in Göttingen. „Mich interessieren Zusammenhänge und Wechselwirkungen verschiedener Ökosysteme“, sagt die 31-Jährige. Ein Praktikum im Nationalparkhaus Cuxhaven mit Wattführungen und Mikroskopiernachmittagen für Kinder brachte sie wieder an die Küste.

Eine breite Sensibilisierung der Menschen für den Umweltschutz ist der „Gummistiefel-Biologin“ schon immer eine Herzensangelegenheit gewesen: „Miterleben zu dürfen, dass einige unserer Gäste anfangen, ihr eigenes Handeln im Umgang der Natur zu hinterfragen, ist ein großes Geschenk. Dadurch merke ich direkt, dass meine Arbeit einen Sinn hat“, sagt Stephan.

Zuletzt hat sie sich zwei Jahre lang als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Oldenburg mit dem Thema „Müll im Meer“ beschäftigt. „Zur Vermeidung von Plastikverpackungen gibt es in St.Peter in einigen Läden bereits gute Ansätze. Das möchte ich weiter unterstützen und voranbringen“, so die Umweltschützerin.

Viel Freude bereitet ihr die Betreuung des jungen Stationsteams in St.Peter-Ording. Johannes Plohmann aus Bremen füllt gerade neues Wasser in ein Becken, während Selina Staudenmaier aus Süßen bei Stuttgart an einem neuen Text für die Aquarienbeschriftung feilt. Sechs Freiwillige absolvieren derzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) bzw. einen Bundesfreiwilligendienst am sandigen Ende der Halbinsel Eiderstedt. „Am meisten Spaß macht es mir, zu sehen, wie das Team zusammenwächst und zusammenarbeitet“, sagt Stephan. Sie ist dabei nicht nur für St.Peter verantwortlich. Durch die Seminarleitung für das FÖJ Wattenmeer bildet sie junge Freiwillige an der gesamten Westküste Schleswig-Holsteins aus.

„Eine gute Zusammenarbeit mit Gemeinde und Nationalparkverwaltung ist mir sehr wichtig und ich möchte auch die Einheimischen verstärkt in unsere Arbeit einbeziehen“, betont Stephan. In der nächsten Zeit werde sie sich vor allem darum kümmern, das Nationalparkhaus St.Peter-Ording stärker in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Für die nahe Zukunft stehe auch die Wiederbelebung der Juniorrangergruppe auf ihrer Agenda.

Ein weiteres Ziel hat die begeisterte Joggerin: „Ich möchte mindestens einmal am Tag das Meer sehen. Eine Herausforderung, weil es oft mehr Themen pro Tag als Arbeitsstunden gibt, aber ich arbeite daran.“

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